Conference League: Wiens weiter Weg zurück nach Europa
Eine Hürde müssen Rapid und Austria noch überspringen, um in die Ligaphase einzuziehen. Grün-Weiß startet das Play-off in Schottland, Violett in Portugal.
Wien, die malerische Metropole im Herzen Europas, ist nicht nur für Kunst- und Kultur-Liebhaber aus aller Welt ein beliebtes Ziel, sondern auch für die Fußballfans des europäischen Kontinents. Voraussetzung dafür ist aber zuerst, dass die Bundeshauptstadt auch 2026/27 auf die europäische Landkarte kommt. Im Gegensatz zu Graz, Linz und Salzburg muss Wien noch auf Rapid und Austria Wien hoffen, um internationale Aufmerksamkeit zu erfahren.
Beide Wiener Großklubs stehen in der letzten Qualirunde, dem Play-off zur Conference League, und sind dabei zuerst auswärts, nächste Woche daheim gefordert. Rapid kennt den dritten Bewerb schon sehr gut, gab sein Debüt als „Absteiger“ aus der Europa-League-Gruppenphase mit dem Ausscheiden in der Conference-League-Zwischenrunde 2022 gegen Vitesse Arnheim. Vor zwei Jahren stieß man sogar ins Viertelfinale vor, ehe im Vorjahr nur der letzte Platz der Ligaphase herausschaute. Der letzte Gegner, den es am Weg zum neuerlichen Einzug zu überwinden gilt, ist ein alter Bekannter. Die Hearts of Midlothian zerschellten in diesem Sommer schon in der Quali zur Champions League an Sturm Graz, heute (20.45 Uhr, ORF 1) empfangen sie Rapid. „Die Hearts spielen daheim und auswärts recht unterschiedlich. Wir können uns auf eine sehr intensive Atmosphäre gefasst machen, gerade wenn die Gastgeber nach vorne spielen oder Standardsituationen haben. Damit müssen wir umgehen können“, sagt Trainer Johannes Hoff Thorup.
Im Gegensatz zum 8:0 am Wochenende gegen den GAK wird der Gang nach Schottland kein Spaziergang, wie auch der Trainer betont: „Das wird eine ganz andere Partie. Ich erwarte ein enges Spiel, in dem wir wieder viele Chancen herausspielen und natürlich auch welche verwerten wollen.“ Fehlen wird dabei Jakob Schöller. Der 20-jährige Innenverteidiger entwickelte sich zuletzt herausragend, wurde Stammspieler und ist sogar Kapitän, wenn Matthias Seidl nicht am Platz steht. Gegen den GAK zog er sich eine leichte Oberschenkelverletzung zu.
Austria Wien: Endlich zurück in einen europäischen Hauptbewerb
Die Wiener Austria wartet schon länger auf einen internationalen Herbst. 2022 spielte man unter Manfred Schmid in der Conference League, danach scheiterten alle Qualifikationsversuche. Auch heuer ist man im Play-off nicht Favorit, es geht ab heute (21 Uhr) gegen den SC Braga, der Rapid vor zwei Jahren aus dem Europa-League-Play-off warf und in die Conference League schickte. „Das ist eine richtig große Herausforderung, wo wir aber mutig auftreten wollen“, sagt Cheftrainer Stephan Helm, der über das Erreichen des Play-offs mit seiner jungen Mannschaft aber auch sagt: „Das ist schon ein Erfolg.“
Dennoch, kampflos gibt man sich nicht geschlagen, zu viel wurde analysiert. „Jeder Gegner, jede Systematik hat ‚Big Points‘, dort muss man zustechen und Räume, die wir uns dann vielleicht auch schaffen, nützen“, sagt Helm, der mit der Außenseiterrolle leben kann: „Psychologisch ist das keine schlechte Ausgangsposition.“
Bei Braga stürmte einst eine Austria-Legende, 2007 bis 2009 kickte Roland Linz, der bei den letzten drei Austria-Meistertiteln dabei war, für die Portugiesen, der sich „gerne zurückerinnert. Wir waren erfolgreich, ich habe international auch viele Tore geschossen.“ Zudem schwärmt Linz von der Arena in Braga: „Es ist ein sehr spezielles Stadion, das gibt es in dieser Form sicher in ganz Europa nicht. Es ist direkt in den Felsen hineingebaut und dann geht es auf den Längsseiten mit jeweils 15.000 Plätzen sehr steil und hoch hinauf – das ist beeindruckend und sorgt auch für eine sehr spezielle Atmosphäre auf dem Platz und im Stadion.“
Das Austria-Rückspiel steigt nächste Woche Donnerstag, jenes von Rapid am Mittwoch.