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Natalie Harp, die Frau hinter Trumps wilden Postings

Sie ist die persönliche Assistentin des US-Präsidenten und scheint zunehmend eine Sonderstellung zu genießen. Ihr „besonderer Zugang zu Trump“ sorgt in Washington zunehmend für Unruhe.

Natalie Harp und Donald Trump
© AFP/Saul Loeb
Natalie Harp ist stets an Trumps Seite (Photo by SAUL LOEB / AFP)
Nina Koren
Ressortleiterin Außenpolitik & International

Als sich Donald Trump wegen der Morddrohungen nach dem Nato-Gipfel in Ankara in einem Do & Co-Kühlcontainer versteckte, um unbemerkt in ein anderes Flugzeug zu steigen als das offizielle, war er nicht allein. Drei Mitarbeiter aus seinem engsten Stab kamen mit auf den Täuschungsflug, mit dem der Präsident sicher heim nach Washington gebracht wurde. Die anderen, darunter so wichtige Figuren wie Außenminister Marco Rubio, saßen in der offiziellen Maschine, auf die ein Anschlag befürchtet worden war. Sicher an Trumps Seite saß dagegen Natalie Harp.

Spätestens da wurde offensichtlich, worüber andere aus Trumps Umfeld schon lange mauschelten: Die 35-Jährige frühere TV-Moderatorin hat bei Trump eine Sonderstellung erlangt, so sehr, dass laut „New York Times“ sogar der Secret Service Bedenken äußerte und sie als sicherheitsrelevanten Faktor betrachtet.

„Mit Natalie reisen“

Endgültig in die Schlagzeilen geriet Natalie Harp aber vor wenigen Tagen, als ein demokratischer Senator in einer Debatte über Trumps Iran-Politik den Präsidenten mit den Worten kritisierte: „Er will den Job nicht machen. Er will seinen Ballsaal bauen und mit Natalie reisen“. Seitdem spekuliert ganz Washington über die besondere Beziehung von Trump und Harp.

Harps Aufstieg in Trumps Welt begann 2019 mit einem Online-Posting. Darin schrieb sie über ihre schwere Krebserkrankung und erklärte, dass ihr angeblich ein von Trump in der ersten Amtszeit durchgesetztes Gesetz das Leben gerettet habe. Harp schrieb, ihre Ärzte hätten keine Hoffnung mehr für sie gesehen, aber die neue Vorschrift habe es ermöglicht, „ein von der FDA zugelassenes Mittel für einen nicht genehmigten Einsatz“ zu verwenden. Ihre Lobesrede an Trump wurde tausendfach geteilt, was dazu führte, dass der Fernsehsender Fox News sie in die Frühstückssendung einlud, wo sie ihre Geschichte erzählen konnte. Trump, damals großer Fox-News-Fan, sah sie dort und twitterte kurz darauf über ihren Mut. Eines folgte aufs andere, 2020 wurde Natalie Harp eingeladen, bei Trumps Nominierungsparteitag die Wahlwerbe-Trommel zu rühren und eine Rede auf ihn zu halten, schließlich zog sie mit ihrer Mutter aus Kalifornien in die Nähe von Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Einige Zeit arbeitete sie dort als Moderatorin beim rechten One America News Network. 2022 trudelte ein Angebot an sie ein, direkt für Donald Trump zu arbeiten. Sie nahm an. „Natalie hat immer schon das Präsidentenamt bewundert“, erzählte ihr Bruder Preston. So sei sie von der christlich-konservativen Mutter aufgezogen worden.

Die offizielle Bezeichnung ihrer Position lautet „Besondere Assistentin des Präsidenten“. Doch als Spitznamen haben ihr Kollegen die mäßig freundliche Bezeichnung „menschlicher Drucker“ verpasst: weil sie nämlich stets Papier und einen kleinen Drucker bei sich trägt – angeblich nicht nur, um ihm wichtige Dokumente vorlegen zu können, sondern vorrangig mit dem Zweck, dem Präsidenten lobende Online-Kommentare weiterzugeben. Das rief Kritik hervor, Trump werde von ihr mit vermeintlich guten Nachrichten gefüttert, während er gerade in Kriegszeiten über die Realität Bescheid wissen sollte. Außerdem soll die persönliche Assistentin laut dem „Wall Street Journal“ auch viele von Trumps oft sehr eigenwilligen Internet-Postings vorformuliert haben. So soll sie das KI-generierte Bild von Trump als Christus gepostet haben. Laut dem New York Magazine gibt es aber keine Hinweise darauf, dass sie diese ohne sein Wissen veröffentlicht hat.

„Liebt mich wie meine Frau“

Natalie Harp aber lässt sich von all dem nicht beeindrucken, offenbar zu Recht. Harp sei die Einzige, die ihn so sehr liebe wie seine Frau und seine Kinder, soll der Präsident seinem Team gesagt haben. Vielleicht erklärt das den besonderen Schutz, den sie auf dem Rückflug aus Ankara genoss.