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Tauernautobahn: „Der Lärm ist für Anrainer eine große Belastung“

Die Tauernautobahn wird in Spittal-Ost saniert. Im Zuge dessen wird die Lärmschutzwand erweitert, allerdings nur in eine Fahrtrichtung. Anrainer fordern umfangreichere Maßnahmen.

Großes Interesse an der Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Amlach
© KK/Privat
Großes Interesse an der Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Amlach
Daniela Grössing
Redakteurin, Regionalredaktion Kärnten

Unter großem Interesse präsentierte die Asfinag im Dorfgemeinschaftshaus Amlach, östlich von Spittal, die ersten Ergebnisse ihrer lärmtechnischen Untersuchungen. Im Vorfeld formierte sich eine Bürgerinitiative, die auch eine Petition gestartet hatte. „Der Lärm ist für die Anrainer der Tauernautobahn im Bereich Spittal-Ost eine große Belastung. In der Nacht wurden Werte zwischen 56 und 57 Dezibel gemessen, und zwar in beiden Richtungen“, sagt Gerd Sagmeister, Sprecher der Bürgerinitiative „Lärmschutz Spittal Ost“. Die Untersuchungen der Asfinag zeigten, dass es zu Grenzüberschreitungen kam, wobei diese keine genaue Höhe nennen. „Wir berechnen den Lärm bei einem durchschnittlichen Verkehr über einem Zeitraum von zwölf Monaten“, erklärt Asfinag-Projektleiter Martin Kobald. Erlaubt sind 60 Dezibel bei Tag und 50 Dezibel bei Nacht.

Vertreter der Asfinag präsentierten vor circa 140 Anrainern die Ergebnisse der Lärmuntersuchung
© KK/Privat
Vertreter der Asfinag präsentierten vor circa 140 Anrainern die Ergebnisse der Lärmuntersuchung

Lärmschutz nur auf einer Fahrbahnseite

Wenn es zu Grenzüberschreitungen kommt, wird im nächsten Schritt geschaut, wie viele Wohnobjekte betroffen sind. Man orientiert sich an Wohnobjekten, die vor 2007 errichtet wurden, denn 2007 ging erstmals der EU-Lärmkataster online. Menschen, die ein Haus errichten, können sich vor einem Hausbau daran orientieren. „Wir haben genaue Richtlinien für die Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen, das wird vom Bundesministerium vorgegeben“, erläutert Kobald. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass in Fahrtrichtung Salzburg die Voraussetzungen für einen Lärmschutz da sind, in Fahrtrichtung Villach allerdings nicht.

Erste Untersuchungsergebnisse der Asfinag-Messungen
© ASFINAG
Erste Untersuchungsergebnisse der Asfinag-Messungen

Hier gebe es zu wenige Wohnobjekte, bei denen Grenzüberschreitungen vorliegen beziehungsweise die vor 2007 erbaut wurden. „Die Ankündigung, auf der Richtungsfahrbahn Villach trotz der vorliegenden Grenzwertüberschreitungen keine zusätzlichen baulichen Maßnahmen zu realisieren, stieß bei den betroffenen Bürgern auf deutlichen Protest“, schildert Gerd Sagmeister, Sprecher der Bürgerinitiative und SPÖ-Gemeinderat. Die Anrainer verwiesen darauf, dass die bestehenden Schutzbauten in Edling, Krieselsdorf und Zgurn bereits jetzt unzureichend seien. Sie fordern von der Asfinag einen Lärmschutz auf beiden Seiten und ebenso die Errichtung von Betonleitwänden, um das Risiko von Fahrzeugabstürzen in die tiefer gelegenen Siedlungsgebiete baulich zu verhindern.

Drei Millionen Euro für Lärmschutzwand

Die Asfinag betont, dass sie im Zuge der Sanierung einen lärmmindernden Asphalt verwenden, der den Lärm um zwei bis drei Dezibel für beide Seiten verringern wird. „Der Belag mindert den Lärm dort ab, wo er entsteht und ist sehr wirksam. Denn die Lärmquelle ist der Reifen auf der Fahrbahn“, sagt Kobald. In Fahrtrichtung Spittal soll ein Lückenschluss, eine Erhöhung und eine Verlängerung bei der bestehenden Lärmschutzwand passieren. Alleine dafür werden Kosten in Höhe von rund drei Millionen Euro entstehen. Dadurch soll der Lärm um mindestens fünf Dezibel reduziert werden. Mehr Details zur Sanierung gibt es derzeit noch nicht: „Die geplante Sanierung des Streckenabschnittes ist noch in der Planungsphase. Aus heutiger Sicht ist eine Umsetzung in fünf Jahren geplant“, sagt Kobald.

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