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Betrüger locken Kärntnerin auf Booking mit Fake-Apartment

Drei Nächte in London um 160 Euro: Vermeintlicher Glücksgriff entpuppt sich als Fake-Angebot. Eine Kärntnerin erzählt, wie sie dem Betrugsversuch knapp entging.

Booking offeriert augenscheinlich betrügerische Fake-Angebote – und reagiert nicht auf Anfragen des Opfers des Betrugsversuchs
© IMAGO/Marcin Golba
Booking offeriert augenscheinlich betrügerische Fake-Angebote – und reagiert nicht auf Anfragen des Opfers des Betrugsversuchs
Uwe Sommersguter
Leitung Wirtschaft Kärnten/Osttirol

Dass der geplante Traumurlaub in London für eine Kärntner Angestellte nicht zum Albtraum wurde, hat sie ihrer Aufmerksamkeit zu verdanken. Bei der Buchung Tage zuvor überwog noch die Vorfreude: Kurz vor Weihnachten drei Nächte in einem schmucken Apartment unweit vom „London Eye“ im touristischen Zentrum der Themse-Metropole um nur 160 Euro sind ein Schnäppchen. Gebucht hatte sie die Unterkunft über die reguläre Booking-App, also scheinbar sicher.

Lotsen auf gefälschte Seite

Doch dann meldeten sich kürzlich die vermeintlichen Betreiber der gebuchten Unterkunft via Chat in der (echten) Booking-App. Die Kärntnerin bekam einen Link, unter dem sie ihre Kreditkartendaten erneut eingeben sollte. Dieser führt zu einer täuschend echt aussehenden Fake-Seite, die dem bekannten Buchungsportal zum Verwechseln ähnlich sieht. Nur der Link verrät, dass man sich nicht auf booking.com befindet: Die junge Kärntnerin ahnte den Betrugsversuch und wandte sich an Booking.

Doch Rückmeldung bekam sie von dort bis dato keine. Eine Anfrage an die hinterlegte Mail-Adresse der vermeintlichen Londoner Unterkunft führte sie nach Devon im Süden Englands. Dort bestätigte ihr ein – real existierendes Hotel –, dass deren Konten gehackt worden seien. Man habe bereits Anzeige bei der englischen Polizei erstattet und Booking informiert. Und ja, man entschuldigt sich lapidar bei der Kärntnerin für die Unannehmlichkeiten.

Booking reagierte nicht

Eine Internet-Suche unter der Angabe der Londoner Adresse führt zu einer Facebook-Gruppe, wo sich in den letzten 48 Stunden bereits etliche Betrugsopfer mit Verweis auf die Londoner Unterkunft zu Wort gemeldet haben. Trotz Weitergabe der Informationen an Booking – auch seitens der Kärntnerin – ist das betrügerische Hotelangebot noch immer auf der Plattform zu finden. Ebenso weiterhin online ist die täuschend echt aussehende Fake-Seite mit der Aufforderung, die Kreditkartendaten erneut einzugeben.

Für die junge Kärntnerin ist das Bangen aber noch nicht zu Ende. Aus Vorsichtsgründen sperrte sie die Kreditkarte, mit der die (falsche) Unterkunft über die (echte) Booking-Seite gebucht wurde, um auf Nummer sicher zu gehen. Sie will den Betrugsversuch auch bei der österreichischen Polizei anzeigen.

Kreditkarte gesperrt

Noch völlig offen ist, ob sie von Booking den Betrag überhaupt zurückbekommt. Denn die Fake-Unterkunft lässt sich nur bei Bezahlung der vollen Aufenthaltskosten stornieren. Vom Versuch einer Anreise ist übrigens abzuraten: Tatsächlich findet sich unter der Adresse laut Google Maps zwar eine Bar, aber offenbar kein buchbares Apartment. Die Unterkunft in London gibt es also gar nicht, die Fotos wurden vermutlich von einem anderen Apartment auf Airbnb gestohlen.

Eine Anfrage der Kleinen Zeitung zum offensichtlichen Betrugsversuch an Booking wurde gestellt, aber noch nicht beantwortet.

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