ÖVP-Khom: „Natürlich schmerzen solche Umfragen“
Die steirische Vize-Landeschefin Manuela Khom will nach dem jüngsten Umfrage-Absturz ÖVP-Politik besser verkaufen. „Der Wind aus Wien“ sei schon besser gewesen.

In der steirischen ÖVP rumort es seit dem Wochenende – und Schuld ist eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IFDD im Auftrag der „Kronen Zeitung“. Diese bescheinigt der Partei des bundesweit derzeit einzigen freiheitlichen Landeshauptmanns, Mario Kunasek, eine Zustimmung von 43 Prozent. Für die ÖVP weist die Umfrage (mit 3,5 Prozent Schwankungsbreite), hingegen einen Absturz auf 19 Prozent aus – und sieht die Partei damit gleichauf mit der SPÖ. Bei der Landtagswahl vor bald zwei Jahren kam man noch bei 26,8 Prozent zu liegen. Erste Stimmen werden intern laut, die Khom für den Absturz verantwortlich machen – und halblaut über mögliche Personalalternativen für ihr Amt nachdenken. „Ich würde mir wünschen, dass diese Personen ihre Kritik namentlich oder im direkten Gespräch mit mir äußern“, sagt die ÖVP-Politikerin auf Nachfrage. „Das ist sonst wie mit einem anonymen Brief – ich kann darauf nicht antworten.“
„Natürlich schmerzen solche Umfragen“, räumt Khom ein. „Wir sind als ÖVP in diese Koalition gegangen mit dem Wissen, dass der Erste vorne immer mehr von der gemeinsamen Arbeit profitieren wird als der Zweite.“ Bedauerlicherweise habe man die eigene Arbeit „offenbar auch zu wenig sichtbar gemacht“, begründet die Politikerin unter anderem das schlechte Abschneiden. „Ich bin jemand, der arbeitet und Aufgaben erledigt, ohne diese jeden Tag zu verkaufen.“
„Manche hätten gern, dass ich mehr streite“
Trotz dieser Arbeit geht laut Umfrage nicht nur ihre Partei zustimmungstechnisch leer aus, sondern auch Khom als Person. Denn bei einer fiktiven Direktwahl für den Landeschefsessel sieht es noch düsterer aus. Während 47 Prozent Kunasek an der Spitze sehen wollen, tun das bei Khom lediglich 16 Prozent. Sogar SPÖ-Chef Max Lercher zieht mit 20 Prozent Zustimmung an ihr vorbei. Darauf angesprochen erklärt sie: „Ich habe die Partei in einem sehr schwierigen Zustand übernommen, da kann man nicht erwarten, dass das am nächsten Tag wieder passt.“ Zudem beklagt Khom mangelnde Bekanntheit. „Ja, ich war Landtagspräsidentin, aber dieses Amt, das durchaus wichtig ist, hat null Wirkung nach außen.“
Und welche Rolle spielt die Bundespartei in dieser Misere? „Der Wind aus Wien war schon ein besserer“, erklärt Khom. Die Dreierkoalition sei eine Herausforderung für die ÖVP, da laufe es nicht immer so, wie man es sich wünschen würde. „Aber ich halte nichts davon, anderen auszurichten, was sie besser machen müssen.“ Dass Khom am Ende auch ihr stets betont gutes Verhältnis zu Kunasek schaden könnte, glaubt sie nicht. „Es gelingt uns, gemeinsam Entscheidungen für die Bevölkerung zu treffen. Aber ich weiß schon, dass manche gern hätten, dass ich mehr streite.“