Nach Konkursen: Neuer Interessent für Ilgenfritz-Areal in Villach
Seit der Insolvenz 2024 warten rund 100 Bauern auf ihr Geld. Nun könnte die Verwertung des Ilgenfritz-Areals vor dem Abschluss stehen.
Mehr als zwei Jahre nach dem Beginn der Ilgenfritz-Insolvenzen zeichnet sich bei einem der wichtigsten Vermögenswerte der ehemaligen Villacher Traditionsfleischerei eine Lösung ab. Das ehemalige Betriebsareal in Villach-Auen mit Schlachterei, Produktion, Verkauf und Büro soll nun verkauft werden. Laut dem für die Immobilien zuständigen Masseverwalter Christian Anetter befinde sich die Verwertung bereits „in Abwicklung“. Vor rund neun Monaten sprach Anetter noch von zwei Interessenten – „europäischen Fleischereibetrieben“ –, die an dem Areal Interesse hätten. Nun habe ein anderer Interessent ein besseres Angebot gelegt. Der Abschluss soll, so Anetter, in vier bis sechs Wochen erfolgen. Wie hoch das Angebot ist und wer dahintersteht, ist derzeit nicht bekannt.

Fünf Gesellschaften betroffen
Insgesamt sind fünf Gesellschaften der Villacher Ilgenfritz-Gruppe von den Insolvenzen betroffen – darunter die Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaften, die Produktions- und Vertriebsgesellschaft sowie die „I & K Vieh- und Fleischhandel Kärnten GmbH“. Die Verfahren laufen seit 2024, Vermögenswerte werden seither verwertet.
Für die „I & K“ und deren Masseverwalter Alexander Jelly ist die Verwertung der Immobilien besonders wichtig. Das Unternehmen, über dessen Vermögen im März 2024 ein Sanierungsverfahren eröffnet worden war, handelte mit Vieh und war damit direkter Geschäftspartner zahlreicher Kärntner Bauern. Nachdem der Sanierungsplan scheiterte, wurde das Verfahren im April 2024 als Konkurs fortgeführt.
I&K hat selbst noch Forderungen
Rund 115 Gläubiger hatten Forderungen gegen die „I & K“, darunter etwa 100 Landwirte. Insgesamt ging es um rund 1,4 Millionen Euro, davon entfielen 600.000 bis 700.000 Euro auf die Bauern. Doch auch die „I & K“ selbst ist Gläubigerin: Gegen andere insolvente Unternehmen der Ilgenfritz-Gruppe bestehen laut Jelly noch Forderungen von rund 500.000 Euro. Wie viel davon tatsächlich zurückkommt, steht erst fest, wenn die anderen Insolvenzverfahren abgewickelt und deren Vermögenswerte verwertet sind. Solange das nicht geklärt ist, kann auch der Konkurs der „I & K Vieh- und Fleischhandel Kärnten GmbH“ nicht abgeschlossen werden. Damit steht auch die endgültige Quote für ihre Gläubiger noch nicht fest.
Quote dürfte niedrig bleiben
An der derzeitigen Einschätzung zur Gläubigerquote habe sich unterdessen aber wenig geändert, so Jelly: Sie liege weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Wie hoch sie letztlich ausfallen werde, lasse sich derzeit noch nicht sagen. Für die Bauern heißt das: Selbst wenn der Verkauf des Ilgenfritz-Areals nun tatsächlich gelingt, bleibt offen, wie viel Geld am Ende bei ihnen ankommt.
Die Fleischerei Ilgenfritz blickte auf eine lange Villacher Tradition zurück. Karl Ilgenfritz senior hatte den Betrieb ab 1989 mit dem Schlachtbetrieb in Warmbad zu einem Unternehmen mit rund 80 Mitarbeitern ausgebaut. Nach seinem Tod führte sein Sohn Karl Ilgenfritz junior das Unternehmen in dritter Generation weiter. 2024 folgte die Insolvenz.