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Mit 18 im Kanzleramt: Kärntner absolviert besonderen Zivildienst

Der Wolfsberger Nicolas Polesnig war AHS-Landesschulsprecher und als Schlagzeuger bei „Wenn die Musi spielt“. Nun absoviert er den Zivildienst im Bundeskanzleramt.

Ein junger Mann steht im Anzug vorm Bundeskanzleramt und lacht in die Kamera
© KK/Privat
Nicolas Polesnig absolviert seinen Zivildienst in der Sektion II – Integration des Bundeskanzleramtes in Wien
Eva Kapeller
Redakteurin der Regionalredaktion Völkermarkt/Lavanttal

Mit 18 Jahren hat Nicolas Polesnig bereits einiges erlebt: Der Wolfsberger war mehrfach bei österreichweiten Musikwettbewerben erfolgreich und engagierte sich als AHS-Landesschulsprecher. Derzeit ist sein Alltag allerdings deutlich weniger von Musik geprägt, denn er absolviert seinen Zivildienst im Bundeskanzleramt in Wien.

Integration

Genauer gesagt in der Sektion II – Integration. Dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt, ist eher ungewöhnlich: Die Einrichtung wurde bereits 2014 als Zivildiensteinrichtung anerkannt und verfügt über zwei anerkannte Zivildienstplätze. Aktuell ist davon einer besetzt – jener von Polesnig. Der nächste Bedarf für eine Zuweisung ist laut Bundeskanzleramt (BKA) für Februar 2027 vorgesehen. „Für mich ist diese Tätigkeit eine wirklich besondere Erfahrung, weil ich dadurch einen direkten Einblick in die Arbeit im Bundeskanzleramt und in die österreichische Bundesverwaltung bekomme.“

Polesnig mit Bundeskanzler Christian Stocker
© KK/Privat
Polesnig mit Bundeskanzler Christian Stocker

Der Kärntner unterstützt unter anderem bei der Abwicklung der Integrationsvereinbarung. Diese soll Zuwanderinnen und Zuwanderer beim Erwerb von Deutschkenntnissen und bei ihrer Integration in Österreich unterstützen. Ein weiterer Teil betrifft Deutschkurse. „Ich wirke auch bei der Prüfung von Gutscheinen und der Voraussetzungen für eine teilweise Refundierung von Deutschkurskosten mit.“

Mich beeindruckt besonders, wie viel Fachwissen, Verantwortung und Engagement die Kolleginnen und Kollegen in ihre tägliche Arbeit einbringen.

— Nicolas Polesnig

Zusätzlich übernimmt er Recherchen und organisatorische Aufgaben. Dazu gehört beispielsweise die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Integrationsbeirates oder auch bei Kuratoriumssitzungen. „Mich beeindruckt besonders, wie viel Fachwissen, Verantwortung und Engagement die Kolleginnen und Kollegen in ihre tägliche Arbeit einbringen“, sagt Polesnig. Für ihn sei diese Zusammenarbeit daher eine gute Möglichkeit, selbst viel dazuzulernen.

Die ersten Schritte

Doch wie kam es dazu? Polesnig wurde der Sektion II – Integration nicht einfach zufällig zugewiesen, denn er zeigte direkt dort sein Interesse. Die Sektion forderte ihn anschließend bei der Zivildienstserviceagentur (ZISA) an. In weiterer Folge wurde er entsprechend seinem Wunsch der Einrichtung zugewiesen. Das BKA weist darauf hin, dass „grundsätzlich alle verfügbaren Zivildienststellen auf der Homepage der ZISA veröffentlicht werden.“ Interessierte können sich direkt mit den jeweiligen Einrichtungen in Verbindung setzen. „Rund 80 Prozent der Zivildienstleistenden nutzen diese Möglichkeit.“

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Polesnig bei seiner Arbeit als Zivildiener
Polesnig bei seiner Arbeit als Zivildiener © KK/Privat

Polesnig verrichtet seinen Dienst ausschließlich am Standort der Sektion II – Integration in der Operngasse 17–21 in Wien. Zusätzliche anerkannte Einsatzstellen gibt es dort laut Bundeskanzleramt nicht. Auch die erlaubten Tätigkeiten sind klar festgelegt. Im Anerkennungsbescheid sind für Zivildienstleistende unter anderem „Hilfsdienste bei der Integration und Beratung von Fremden“ sowie in untergeordnetem Ausmaß „Hol- und Bringdienste sowie Hilfsdienste bei Verwaltungsarbeiten“ vorgesehen. Dass die Tätigkeit eines Zivildieners den gesetzlichen Vorgaben entspricht, wird auch behördlich kontrolliert. Für Polesnig steht weniger die ungewöhnliche Adresse seines Zivildienstes als vielmehr die Erfahrung dahinter im Vordergrund. „Ich bin sehr dankbar, diese Erfahrungen sammeln und dabei selbst einen kleinen Beitrag leisten zu dürfen.“

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Nicolas Polesnig hinter den Kulissen von „Wenn die Musi spielt“
Nicolas Polesnig hinter den Kulissen von „Wenn die Musi spielt“ © KK/Privat

Dass er bereits früh Verantwortung übernommen hat, zeigt auch sein bisheriger Weg. Neben seinem Engagement als AHS-Landesschulsprecher stand er zuletzt beim Sommer-Open-Air 2026 von „Wenn die Musi spielt“ als Hauptschlagzeuger auf der Bühne. „Ich durfte unglaublich viel dazulernen, viele tolle Menschen kennenlernen und bin einfach dankbar, dass ich Teil dieser Produktion sein durfte.“ Was nach dem Zivildienst kommt, weiß er noch nicht genau. Musik und Recht kann er sich vorstellen, vielleicht sogar beides. Bis dahin sammelt er in Wien im Bundeskanzleramt seine Erfahrungen.

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