Juniorchef richtet Unterkärntner Familienbetrieb völlig neu aus
Von Toyota zum Offroad-Spezialisten: Unter Patrick Saloschnik setzt das vor 40 Jahren von seinen Eltern gegründete Unternehmen in Kühnsdorf neue Schwerpunkte.

Die Geschichte des Autohauses Saloschnik beginnt 1986. In diesem Jahr wagte der Lavanttaler Erich Saloschnik (64), der zuvor beim ÖAMTC tätig war, mit einer Aral-Tankstelle in Völkermarkt den Schritt in die Selbstständigkeit. Während des laufenden Betriebes absolvierte er die Meisterprüfung zum Kfz-Mechaniker. Danach legte er 1989 gemeinsam mit seiner Frau Gabriele (62), die zugleich auch die Familie und den Haushalt organisieren musste, mit dem Aufbau einer Werkstätte samt einem Autohandel als Toyota-Partner in Lavamünd den Grundstein für den heutigen Familienbetrieb. „Doch der Standort ist dort schnell zu klein geworden“, berichtet Sohn Patrick Saloschnik (37), der mit dem Beginn seiner Lehre 2005 offiziell in das Unternehmen seiner Eltern eintrat.
Im Zuge der Neugestaltung des Areals hatte ich die Idee, eine SB-Waschanlage zu errichten.
— Patrick Saloschnik, Geschäftsführer und Miteigentümer
Nach dem Erhalt eines exklusiven Vertrages mit der japanischen Automarke begann 1993 der Bau einer neuen Werkstätte mit angeschlossenem Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen im Süden von Wolfsberg, die im Jahr darauf eröffnet wurde. In weiterer Folge wurde dem Autohaus Saloschnik auch das Gebiet des Bezirkes Völkermarkt übertragen, weshalb die Lavanttaler Familie 1998 ein knapp 2000 Quadratmeter großes Areal in Seebach bei Kühnsdorf erwarb. Nach der Modernisierung und Erweiterung des Wolfsberger Areals im Jahr 2005 wuchs auch der Völkermarkter Standort, der zuvor nur als Stützpunkt zur Betreuung der Südkärntner Kunden diente, ab 2007 beträchtlich an. „Durch den Erwerb des angrenzenden Grundstückes konnten wir auf dem nun insgesamt rund 9000 Quadratmeter großen Grundstück ein modernes Autohaus errichten“, sagt Saloschnik, der nach seinem Lehrabschluss 2009 als Filialleiter die Verantwortung für den im selben Jahr neu eröffneten Standort in Kühnsdorf übernahm.
Neuausrichtung mit chinesischer Marke
„Die Übergabe war bei uns nie ein einzelner Stichtag“, blickt der 37-jährige Lavanttaler, der über die Jahre immer stärker in die Verantwortung hineinwuchs, zurück. „Gleichzeitig hatte ich dadurch die Möglichkeit, sehr viel von meinen Eltern und ihrer Erfahrung mitzunehmen“, sagt er, der von nun an wegen seiner Leidenschaft für Motorräder und All Terrain Vehicle (kurz ATV) langsam ein neues Geschäftsfeld zu etablieren begann, das später noch eine bedeutende Rolle spielen sollte. Im Laufe der nächsten Jahre entwickelte Patrick Saloschnik, der 2018 neben seinen Eltern Geschäftsführer und Miteigentümer der Autohaus Saloschnik GmbH wurde, den Kühnsdorfer Betrieb aber zunächst kontinuierlich weiter. „Im Zuge der Neugestaltung des Areals hatte ich die Idee, eine SB-Waschanlage zu errichten“, erzählt er von der Erweiterung des Angebots in Richtung Süden.

Durch den schrittweisen Generationenwechsel erfolgte dann ab dem Jahr 2022 eine größere strategische Neuausrichtung, indem der Schwerpunkt des Völkermarkter Standortes verstärkt auf Motorräder, ATVs und UTVs gelegt wurde. „UTV steht für Utility Terrain Vehicle“, erklärt Saloschnik die Abkürzung für die robusten vierrädrigen motorisierten Geländefahrzeuge, bei denen die Passagiere im Gegensatz zu den klassischen ATVs, die auch häufig im Freizeitbereich für Off-Road-Touren genutzt werden, nebeneinander auf Bänken oder Sitzen sitzen. „Diese Fahrzeuge werden auch oft im land- und forstwirtschaftlichen Bereich als Zugmaschinen eingesetzt“, sagt er, der den Winterdienst als weiteres Einsatzfeld nennt. Während Saloschnik für seine Toyota-Kunden in der Werkstätte in Kühnsdorf nach wie vor Service, Reparaturen und Pickerl-Überprüfungen anbietet, wurde der Handel mit Autos des japanischen Herstellers am Südkärntner Standort mittlerweile komplett eingestellt.
Wolfsberger Standort wurde verpachtet
Seitdem stehen in der Ausstellungshalle von „Saloschnik Cars, Bikes and more“ nur mehr Motorräder, ATVs und UTVs von der chinesischen Marke CF Moto. „Ich wollte mein Hobby zum Beruf machen“, gesteht er, dem aber natürlich bewusst sei, dass diese Umstellung vom unternehmerischen Risiko her nur möglich gewesen war, weil er das Glück hatte, das seine Eltern das Unternehmen über vier Jahrzehnte aufgebaut haben. „Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir österreichweit nur einer von wenigen Betrieben sind, die sowohl die Zweirad- als auch Vierradsparte dieses Erzeugers abdecken“, sagt er, der von seiner Lebensgefährtin Evelyn Gamsjäger, mit der er eine 14-jährige Tochter hat, sowie weiteren sieben Beschäftigten tatkräftig unterstützt wird. Nachdem sich die Eltern des Juniorchefs, der noch einen 21-jährigen Bruder hat, der BWL studiert, mittlerweile weitgehend aus dem Berufsleben zurückgezogen haben, wurde der Wolfsberger Toyota-Standort kürzlich verpachtet.

