Dutzende Verletzte nach Explosion in Kabuler Schule
Bei einer Explosion in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind Medienberichten zufolge Dutzende Menschen verletzt worden. Bei dem Vorfall sei gegen 17.00 Uhr (Ortszeit) eine Handgranate in einer Schule detoniert, berichtete der Sender Tolonews unter Berufung auf einen Polizeisprecher. Einem Bericht der Zeitung "Hascht-e-Sobh" zufolge soll es sich bei den meisten Verletzten um Schülerinnen handeln, die zum Zeitpunkt der Explosion gerade die Schule verlassen hätten.

In Afghanistan, einem Land, in dem das islamische Recht, die Scharia, strikt befolgt wird, werden Mädchen und Buben getrennt unterrichtet. Außerdem dürfen Mädchen die Schule nur bis zur 6. Klasse besuchen.
Tolonews berichtete unter Berufung auf eine Quelle in Sicherheitskreisen, dass bei dem Vorfall mindestens 52 Menschen verletzt worden seien. Davor hatte die Zeitung "Hasht-e-Sobh" von rund 30 Verletzten geschrieben.
Die Zahl der Verletzten schien angesichts der Angaben des Polizeisprechers, es habe sich um eine Handgranate gehandelt, ungewöhnlich hoch. Zugleich neigen die in Afghanistan regierenden islamistischen Taliban dazu, Sicherheitsvorfälle herunterzuspielen.
Den beiden Medien zufolge ereignete sich die Explosion im Stadtteil Dasht-e Bartshi. Dieser wird mehrheitlich von schiitischen Hazara bewohnt. In der Vergangenheit hatte die Terrormiliz Islamischer Staat immer wieder in dem Stadtteil auch schwere Anschläge auf Schulen für sich reklamiert.
Zugleich sind in Afghanistan nach jahrzehntelangen Kriegen und Krisen scharfe Munition, Minen und Sprengkörper eine ständige Bedrohung für Zivilisten. Immer wieder sterben oder verletzen sich Kinder, wenn sie nicht explodierte Sprengmittel finden und damit spielen.