Waldbrand in Omiš: Eine Tote, 40 Verletzte und unfassbare Schäden
Es war einer der schlimmsten Waldbrände, die Kroatien je erlebt hatte. Eine Frau starb, zahlreiche Menschen wurden in der Region um Omiš teils schwer verletzt.

Es war einer der schlimmsten Waldbrände, die Kroatien in seiner jüngeren Geschichte erlebt hatte. Eine 34-jährige Frau starb bei der Flucht vor den Flammen, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in der Region Omiš ausgebrochen waren. Nach ersten Erkenntnissen befand sich die Frau mit zwei weiteren Personen in einem Auto, als sie vor dem Feuer flüchteten. Sie verließ das Fahrzeug und galt zunächst noch als vermisst. Das kroatische Ministerium bestätigte nun die Identität der Frau, deren Leiche am Freitag gegen 13.30 Uhr gefunden wurde. DNA-Proben der Familie brachten Gewissheit, dass es sich bei der gefundenen Leiche um die 34-Jährige aus Varoš in Bosnien-Herzegowina handelte. Die Bosnierin war in Kroatien als Saisonkraft im Tourismus tätig.
Verletzte
Zumindest weitere 38 Menschen wurden bei dem Feuer verletzt. Darunter sind acht Personen teils schwer verletzt worden und werden weiterhin intensivmedizinisch in Krankenhäusern in Zagreb und Split betreut. Eine 17-Jährige musste aufgrund schwerer Verbrennungen bereits mehrfach operiert werden. Am Samstag meldete die Staatsanwaltschaft 38 Verletzte, von denen zehn aufgrund ihres lebensbedrohlichen Zustands im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die kroatische Feuerwehr gab in ihrem Bericht sogar 43 Verletzte und drei verletzte Feuerwehrleute an.

Zerstörung
Immer klarer wird auch das Bild der Zerstörung. Im Gebiet Lokva Rogoznica und Omiš wurden insgesamt 106 Fahrzeuge, 28 Häuser und 45 Boote vollständig zerstört, wie Blaženko Boban, Präfekt von Split-Dalmatien, mitteilte. Weitere 43 Häuser, 20 Fahrzeuge und neun Boote wurden teilweise beschädigt. Die Schadenssumme an verloren gegangenen landwirtschaftlichen Flächen sei noch nicht zu beziffern. Das Feuer hat die Ortschaften Lokva Rogoznica, Medić, Mimice, Stanić, Nemira und Omiš betroffen. Ministerpräsident Andrej Plenković sicherte Hilfsleistungen zu, sobald das Ausmaß der Schäden festgestellt wurde.

23 Kilometer
Das Feuer breitete sich, angefacht von starken Winden, über eine Fläche von etwa 23 Kilometern Länge und 1,5 Kilometern Breite aus. Rund 1000 Hektar Grasland, niedrige Vegetation und Kiefernwald brannten ab. Nach Angaben des kroatischen Feuerwehrverbandes wurden rund 2500 Menschen evakuiert und anschließend in Aufnahmezentren untergebracht. Insgesamt hielten sich zum Zeitpunkt des Brandes laut kroatischem Tourismusverband rund 12.000 Urlauber in der Region auf.
253 Feuerwehrleute mit 83 Fahrzeugen und acht Löschflugzeugen waren an den Löscharbeiten beteiligt. Neben Feuerwehren aus der Gespanschaft Split-Dalmatien trafen auch Kräfte aus den Gespanschaften Zadar, Šibenik-Knin, Dubrovnik-Neretva, Bjelovar-Bilogora und Krapina-Zagorje ein.
Brandursache
Die Brandursache ist noch nicht geklärt. Polizei, Brandschutzbeauftragte und Staatsanwaltschaft führten Untersuchungen durch. Die Ermittler untersuchen entnommene Materialproben, sichten Aufnahmen von Überwachungskameras und haben die Dokumentation des Brandortes sowie die Anfertigung von Fotos der zerstörten Gebäude und Fahrzeuge angeordnet. Experten des Zentrums für Kriminal- und Forensikexpertise aus Zagreb sind ebenfalls in die Ermittlungen eingebunden.
Jetzt zum Alpe-Adria-Newsletter anmelden
Was ist los in unserer italienischen, kroatischen und slowenischen Nachbarschaft? Nützliche Reiseinfos, Insidertipps und alles, was den Alpen-Adria-Raum aktuell bewegt – kostenlos jeden Donnerstag in Ihrer Mailbox. Hier geht‘s zur Anmeldung.
