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Murauer Holzwelt-Chef Kraxner: „Holz macht uns krisensicher“

In Teufenbach-Katsch macht eine Wanderausstellung sichtbar, was moderner Holzbau leisten kann. Für die Branche ist Holz nicht nur nachhaltiger Baustoff, sondern auch regionaler Wirtschaftsfaktor.

Bauen auf und mit Holz: Holzwelt Murau-Geschäftsführer Harald Kraxner (links) mit  Christian Hammer, Geschäftsführer von proHolz Steiermark, Bürgermeister Gottfried Sperl und Johann Almer, Geschäftsführer der Zimmerei-Tischlerei Alpe
© KLZ / Maria Steinwender
Bauen auf und mit Holz: Holzwelt Murau-Geschäftsführer Harald Kraxner (links) mit Christian Hammer, Geschäftsführer von proHolz Steiermark, Bürgermeister Gottfried Sperl und Johann Almer, Geschäftsführer der Zimmerei-Tischlerei Alpe
Maria Steinwender
Redakteurin Regionalredaktion Murtal & Murau

Wer am Pfarrplatz in Teufenbach-Katsch steht, sieht auf den ersten Blick zwei Holzriegelbauten, die sich in den historischen Ortskern einfügen. Elf Wohnungen und eine Arztpraxis sind darin untergebracht. Ein Brunnen und ein Baum mit Sitzgelegenheiten greifen traditionelle Elemente des Dorfplatzes auf.

„Modernität löst Tradition nicht ab, sondern ist deren Fortsetzung“, lautet die Idee hinter dem Projekt. Entstanden ist das Zentrum im Auftrag des Teufenbacher Unternehmers Klaus Bartelmuss, gemeinsam mit der Gemeinde und der Holzwelt Murau. Ausgezeichnet wurde der Bau mit dem Steirischen und dem Kärntner Holzbaupreis.

Nun ist der Pfarrplatz Bühne für den Baustoff Holz: Bis 25. September macht die Wanderausstellung „Holzbaupreis On Tour“ dort Station. Auf zehn Ausstellungsbänken werden ausgezeichnete Projekte des Steirischen Holzbaupreises gezeigt. proHolz Steiermark, die Holzbauinnung der WKO Steiermark und der Verein „Besser mit Holz!“ wollen damit nicht nur Architektur präsentieren, sondern zeigen, was bautechnisch mit Holz möglich ist.

„Wir versuchen, das Thema Holz in seiner Schönheit in die Region zu bringen“, sagt Christian Hammer, Geschäftsführer von proHolz Steiermark. Die Ausstellung soll Inspiration für private Bauherren, aber auch für Gemeinden und Wohnbauträger sein.

Holzbau trotz schwieriger Baukonjunktur

Die Branche stehe wie der gesamte Bausektor vor Herausforderungen, berichtet Johann Almer, Geschäftsführer der Fohnsdorfer Zimmerei-Tischlerei Alpe. Die allgemeine Wirtschaftslage bremse die Nachfrage, insbesondere der Geschoßbau sei derzeit rückläufig (Gebäude mit mehreren Etagen und Einheiten). Auch beim Einfamilienhausbau sei die Situation schwierig.

Der Holzanteil am Bauvolumen wachse dennoch: „Auf jeden Fall ist Holz ein Baustoff für die Zukunft“, so Almer. Entscheidend sei, dass der Anteil des Holzes am gesamten Bauvolumen weiter zunehme, auch wenn der Markt insgesamt derzeit schwächelt.

Neue Chancen sieht die Branche deshalb nicht nur im Neubau, sondern vor allem im Sanieren, Weiterbauen und Aufstocken: Hier könne Holz seine Stärken ausspielen, meint Harald Kraxner, Geschäftsführer der Holzwelt Murau. Gerade in Ortskernen und Städten gebe es zahlreiche bestehende Gebäude, die modernisiert und erweitert werden könnten.

Wertschöpfung bleibt in der Region

Für Kraxner geht es beim Holzbau nicht nur um Architektur. Holz schaffe Wertschöpfung entlang einer regionalen Kette: Von Holzindustrie bis zu Zimmereien, Tischlereien, Sägewerken und Architekten profitierten zahlreiche Unternehmen. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein Vorteil. „Holz ist der einzige Baustoff, der regional ist und uns krisensicher macht“, sagt Kraxner. Zudem werde mit Holz ein Rohstoff genutzt, der nachwachse.

Wie bedeutend die Holzindustrie für die Region ist, zeigt auch der Blick nach Katsch. Bürgermeister Gottfried Sperl verweist auf die KLH, einen wichtigen Industriebetrieb in der Holzverarbeitung, der voraussichtlich heuer erneut expandieren soll. Investitionen in diesem Bereich seien entscheidend für Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Kraxner sieht in der KLH sogar einen Teil der Geschichte des modernen Holzbaus. Gemeinsam mit Pionieren und der TU Graz, insbesondere Professor Gerhard Schickhofer, habe das Unternehmen wesentlich zur Entwicklung von Brettsperrholz beigetragen. Heute ist das Material aus dem modernen Holzbau kaum wegzudenken.
„Ohne Brettsperrholz wäre der Holzbau nicht so weit fortgeschritten“, sagt Almer. Erst dadurch seien größere Dimensionen und mehrgeschoßige Gebäude in dieser Form möglich geworden.

Für Christian Hammer ist der Holzbaupreis auch eine Leistungsschau der gesamten Branche. Alle zwei Jahre werden die besten Projekte des Landes ausgezeichnet. Die große Zahl an Einreichungen zeige, wie viel Know-how und wirtschaftliche Kraft hinter dem steirischen Holzbau stecke.

Die Wanderausstellung soll dieses Know-how dorthin bringen, wo gebaut, saniert und geplant wird. Nach Teufenbach-Katsch zieht sie weiter nach Zeltweg, wo die Ausstellung vor der HTL Station machen wird.

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Fotos von der Ausstellungseröffnung am 17. August
Fotos von der Ausstellungseröffnung am 17. August © KLZ / Maria Steinwender

Zahlen und Fakten zum Holz als Wirtschaftsfaktor

5,2 Milliarden Euro werden in der Forst - und Holzwirtschaft steiermarkweit erwirtschaftet.*

62 Prozent Waldanteil machen die Steiermark zum waldreichsten Bundesland.**

10 Prozent der Wirtschaftsleitung in Österreich entfällt auf die Forst - und Holzwirtschaft.*

*lt. Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung der Forst - und Holzwirtschaft“, durchgeführt von econmove, April 2026

**https://www.bmluk.gv.at/themen/wald/wald-in-oesterreich/oesterreichischer-waldbericht-2023.html

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