Kein ergiebiger Regen: Kärnten bleibt auf dem Trockenen
Kaltfront bringt kaum Entspannung der trockensten Periode der Messgeschichte. Mehrere Kärntner Gemeinden verzeichneten schon 50 Hitzetage und mehr.

Exakt 851 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter hat es laut Daten der Geosphere Austria in den letzten 365 Tagen in Kötschach-Mauthen gegeben – das ist ein Minus von 42 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. 1494 Millimeter waren es am Loiblpass (minus 30 Prozent), 563 Millimeter in St. Andrä (minus 29 Prozent).
Österreich und Kärnten mit einem Gesamt-Niederschlagsdefizit von minus 21 Prozent im aktuellen Jahr erleben die trockenste Periode der 176-jährigen Messgeschichte und die eingetroffene Kaltfront wird kaum Entspannung bringen.

Am Mittwoch nähern wir uns schon wieder der 30-Grad-Marke an.
— Paul Rainer,, Meteorologe
„Das vorhandene Niederschlagsdefizit könnten selbst durchschnittliche Niederschläge nicht so schnell beheben“, erklärt Klaus Haslinger, Hydrologe und Klimaforscher der Geosphere. Sein Meteorologen-Kollege Paul Rainer kann für Kärnten jedenfalls keine überdurchschnittlichen Regenmengen prognostizieren. „Die Regenschauer und Gewitter am Montag sind nicht flächendeckend und die Kaltfront ist nicht massiv. Es gibt keine nachhaltige Abkühlung. Am Dienstag geht das Thermometer auf 26 Grad zurück, am Mittwoch nähern wir uns aber schon wieder der 30-Grad-Marke an.“ Und auch wenn der Trend für die nächsten Tage unbeständiges Wetter vorhersagt, erklärt Rainer: „Auch am Wochenende wird am Wörthersee und im Unterkärntner-Raum bei 28 Grad Badewetter herrschen.“
Wann kommt die Entspannung?
Klimaforscher Haslinger wagt auch keine konkrete Langfristprognosen: „Ab Oktober deuten solche zwar etwas feuchtere Witterung an, allerdings sind Prognosen im Alpenraum grundsätzlich sehr unsicher, wenn es über einen Vorhersagehorizont von einem Monat hinausgeht.“ Geosphere Austria sei zur aktuellen Situation und den möglichen Auswirkungen dieser außergewöhnlichen Trockenheitsperiode mit Entscheidungsträgern im regelmäßigen Austausch. Laufend werden aktualisierte Daten und Analysen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen zur Verfügung gestellt, wurde betont.
Wie außergewöhnlich heiß es in den letzten Wochen war, zeigt übrigens die Auswertung der Hitzetage mit 30 Grad oder mehr des Wetterdienstes Tauernwetter (Daten inklusive 16. August): Die meisten verzeichnet bisher Ferlach mit 54 Hitzetagen, gefolgt von St. Margareten im Rosental (51) und St. Andrä im Lavanttal (51), Feistritz im Rosental (50), Lavant in Osttirol (50) und Ludmannsdorf (50). In 163 von 165 Gemeinden in Kärnten und Osttirol gab es heuer bereits mindestens einen Hitzetag – nur in Innervillgraten und St. Veit in Defereggen war es verhältnismäßig kühl.


