Trauer um 24-jährigen Musiker aus St. Anna nach tragischem Unfall
Sein Leben war die Musik, die Gemeinde bereicherte er als Mitglied vieler Vereine: Der Tod von Matthias Faßold aus St. Anna/Aigen hinterlässt eine große Lücke.

Matthias Faßold aus St. Anna am Aigen ist am Donnerstagabend, 13. August, auf tragische Weise viel zu früh aus dem Leben gerissen worden. Er krachte mit seinem Auto auf der Südautobahn bei Raaba ins Heck eines Sattelanhängers und erlitt dabei tödliche Verletzungen.
Seither ist seine Heimatgemeinde im Schockzustand. Wenige Tage nach dem Unglück ist für viele noch nicht zu glauben, dass der junge, engagierte Mann nicht mehr ist. „Er war immer für alle da, in ganz St. Anna präsent. Es kennen ihn alle, wir sind total fassungslos“, sagt Bürgermeisterin Andrea Pock bestürzt. Er war in Musikvereinen, bei der Feuerwehr, der Landjugend und im Tennisverein – und überall aktives Mitglied, wie Pock betont. Als hilfsbereit und immer mit einem Lächeln auf den Lippen wird er beschrieben. Leichtigkeit und Freude habe er in viele Leben gebracht. „Sein Tod reißt eine große Lücke in das Gemeindeleben“, sagt Pock.
Stuhl im Orchester bleibt leer
Faßold war Stabführer, Jugendreferent und Kapellmeister-Stellvertreter bei der Marktmusikkapelle St. Anna am Aigen. Obmann Andreas Scharl kämpft mit den Tränen, während er von ihm erzählt: „Er war immer mit vollem Engagement dabei, immer gut aufgelegt, er hat alles bereichert.“ Schon als Kind trat er dem Musikverein als Saxophonist bei – schon damals waren „sein Leben und die Liebe die Musik“.
Als Jugendreferent wird er Scharl besonders in Erinnerung bleiben: „Er hat mit der Jugend so gut umgehen können, unbeschreiblich.“ Bei den Proben habe er immer einen lockeren Schmäh auf den Lippen gehabt, die Stimmung sei immer positiv gewesen. Dass sein Stuhl im Orchester nun leer bleibt, „wollen wir nicht wahrhaben“, sagt Scharl.
Sein Leben war die Musik
Dass Faßold eine wichtige Rolle im gesamten Musikbezirk Feldbach spielte, weiß auch Bezirksobmann Franz Monschein. Faßold war nicht im Vorstand des Musikbezirks, dennoch jederzeit zur Stelle. Monschein erinnert sich an das Bezirksjugendcamp in Bad Gleichenberg vor wenigen Wochen: Faßold hat extra Urlaub genommen, um beim Grillen mithelfen zu können.
Als Saxophonist half Faßold auch bei der Trachtenmusikkapelle Gossendorf oder der Artillerie-Traditionskapelle Von der Groeben aus. „Er hat so einen besonderen Charakter gehabt, er hat nie Nein sagen können. Er war immer für alle da, das war für ihn selbstverständlich“, sagt Monschein, und fügt an: „Er war ein ganz toller Bursch.“
Von Anfang an liebgewonnen
Wir hätten mit ihm große Pläne gehabt, leider ist er viel zu früh gegangen
— Stefan Dirnbauer, Obmann Musikkapelle Kapfenstein
Der 24-Jährige startete Anfang des Jahres als Kapellmeister für die Musikkapelle Kapfenstein durch und dirigierte im März sein erstes und bedauerlicherweise einziges Konzert mit den Kapfensteinern. Dort hat man ihn von Anfang an liebgewonnen, wie Obmann Stefan Dirnbauer erzählt: „Wir sind mit ihm und seiner lustigen, herzlichen Art in eine intensive Probenphase gestartet, es hat einfach super harmoniert. Wir hätten mit ihm große Pläne gehabt, leider ist er viel zu früh gegangen.“

Seine Musikerfreunde verabschieden sich bei ihrem Matthias mit seinem Lieblingsstück. Denn wie die Musikkapelle in den sozialen Medien schreibt, „bist du nicht mehr dort wo du warst, aber überall dort, wo wir gemeinsam musizieren“.