Ist die EU-Verpackungsverordnung sinnvoll?

Die neue EU-Verpackungsverordnung, die vor Kurzem in Kraft getreten ist, erntet auch viel Kritik. Was spricht für das neue Regelwerk und was dagegen?
Seit wenigen Tagen gilt die neue EU-Verpackungsverordnung, kurz PPWR (steht für: „Packaging and Packaging Waste Regulation“). Die Verordnung soll dazu beitragen, Müll zu reduzieren, Mehrweg zu stärken und das Recycling von Verpackungen voranzubringen. Doch das neue Regelwerk erntet auch harsche Kritik von Online-Händlern und großen Teilen der Verpackungsindustrie. Man stößt sich insbesondere am hohen Verwaltungsaufwand und steigenden Kosten. Ist die Verordnung sinnvoll?
Pro
Bürokratiealarm? Nicht von der Hand zu weisen. Nachbesserungsbedarf? Liegt auf der Hand. Doch bei allem Ärger über die Schwächen bei der Umsetzung der neuen EU-Verpackungsverordnung sollte nicht übersehen werden, dass die dahinter stehenden Zielsetzungen elementar sind. Natürlich ist es sinnvoll, den regelrechten Müllorgien, die aus dem Boom im Online-Handel resultieren, Einhalt zu gebieten. Es geht darum, die Wiederverwertbarkeit zu erhöhen, Abfallmengen zu reduzieren und Schadstoffe in den Verpackungen möglichst zu eliminieren – und das ist zu begrüßen.
Natürlich ist es sinnvoll, den regelrechten Müllorgien, die aus dem Boom im Online-Handel resultieren, Einhalt zu gebieten.
— Manfred Neuper, Wirtschaftsredaktion
Kontra
35 Prozent weniger Verwaltungskosten für KMU: Dieses Versprechen gab die scheinbar geläuterte EU-Kommission zu Amtsantritt. Daraus wurde leider nichts: Die Brüsseler Verwaltungsmaschine produziert wie eh und je auf Hochtouren neue Regularien. Diesmal traf es kleine, grenzüberschreitend agierende Händler, die vom Bürokratiemonster „Verpackungsverordnung“ stillgelegt werden. Der gute Zweck heiligt die untauglichen Mittel nicht. Statt wie versprochen Handelshemmnisse abzubauen, werden neue Hürden errichtet. Also: Weg mit den Sanktionen und her mit Ausnahmen für kleine Onlineshops.
Statt wie versprochen Handelshemmnisse abzubauen, werden neue Hürden errichtet.
— Uwe Sommersguter, Wirtschaftsredaktion

