„Ausnahmesituation“: Kosten für Straßenbau stark gestiegen
Im Straßen- und Brückenbau klettern die Kosten seit Jahresbeginn nach oben. „Eine Ausnahmesituation“, heißt es im steirischen Verkehrsressort.
Die Budgetverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, aber der Druck auf das steirische Verkehrsressort ist groß. Zum Sparzwang auf der einen Seite kommen steigende Kosten im Straßen- und Brückenbau hinzu. Was bedeutet das für laufende Bauprojekte, was für zukünftige?
Laut Statistik Austria sind die Kosten im Straßenbau im Juli 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent angezogen, im Brückenbau waren es sechs Prozent. Dieser Aufwärtstrend ist seit Jänner abzulesen. „Im Schnitt sind es rund zehn Prozent, das ist schon extrem“, betont Robert Rast von der Verkehrsabteilung.
Bitumen immer teurer
Das für den Straßenbau essenzielle Bitumen wird aus Rohöl gewonnen – und das ist wegen des USA-Iran-Konflikts empfindlich teurer geworden. Das gilt ebenso für den Diesel für die Maschinen. „Im Vergleich zum herkömmlichen Verbraucher hängen wir stärker am Rohölpreis“, erläutert Rast eine „Ausnahmesituation“.
Für laufende Projekte wie jenes an der B320 (zwischen Schladming-Mitte und -West) bedeutet das höhere Preise. „Der Index wird monatlich angeglichen und ausbezahlt. Das ist den Firmen gegenüber fair“, sagt Rast. Umgekehrt profitiert das Land, sollte der Baukostenindex sinken.
Aktuelle Projekte gesichert
„Wir müssen keine aktuellen Projekte verschieben oder absagen, da das Bauprogramm immer ein wenig ‚überbucht‘ ist“, verweist Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) auf Reserven. Was dem Land (preislich) heuer zugute kommt: Der Wettbewerb ist heuer groß, etliche Bauunternehmen sind nicht vollends ausgelastet. Nicht zuletzt, weil Städte und Gemeinden den Sparstift zückten.
Teuerungen eingepreist
Was die hohen Baukosten für das nächste Budget bzw. die Vorhaben von 2027 bedeuten, lässt sich noch nicht beziffern. Tenor: Man habe die Teuerungen in die Ausschreibungen eingepreist. Auch die Restzahlungen wurden frisch kalkuliert. Alle hoffen, dass der Konflikt an der Straße von Hormuz ein Ende nimmt.

Verkehrsressort
80 Millionen Euro sind für den Straßen-Neubau und -Erhalt heuer im Land budgetiert. Zudem acht Millionen Euro für Radwege. Wenn sich an der Größenordnung auch nichts ändert, gab es bei der Mittelverwendung eine Veränderung. Nicht wie geplant 50 Millionen, sondern 60 Millionen Euro werden in die Sanierung fließen; und 20 Millionen (statt 30) in den Neubau.
Landesbaustellen im Sommer 2026
Hitze belastet Beton
Die Hitzewellen im Juni und im August haben den Landesstraßen vergleichsweise wenig geschadet. „Von Kreisverkehren abgesehen, haben wir kaum Betonfahrbahnen“, erklärt Rast. Hitze setzt vorrangig Beton zu, Flächen können sich ausdehnen und Platten aufstehen.