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Bei Schwammerln schießen in Kärnten nur die Preise in die Höhe

Die anhaltende Trockenheit lässt die Pilze nicht wachsen, dementsprechend wenige Schwammerlklauber sind in Mittelkärntens Wäldern unterwegs.

Das Bild zeigt Eierschwammerl und Steinpilze, die auf einem Holztisch liegen
© stock.adobe.com/Eva Brutmann
Eierschwammerl und Co. sind heuer Mangelware
Simone Jäger
Redakteurin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Es ist ein bis jetzt trostloses Jahr für Pilzliebhaber. Aufgrund der Trockenheit sind Eierschwammerl und Steinpilze Mangelware, auch in Mittelkärnten. „Wir sind einige Streifendienste gefahren, aber es ist nichts los. Es gibt keine Amtshandlungen in diesem Bereich“, sagt Bezirksleiter Reinhold Grayer von der Bergwacht in St. Veit: „Bei uns wird von der Bevölkerung sogar nachgefragt, wo man Schwammerln finden könnte, aber wir können hier derzeit auch nicht weiterhelfen.“

Auch die sonst in Scharen kommenden Italiener sind heuer bis jetzt ausgeblieben. Im Vorjahr wurden laut Grayer kärntenweit rund 500 Kilogramm Pilze beschlagnahmt, die die Sammler zu viel geklaubt hatten, denn pro Tag sind laut der Kärntner Pilzverordnung ja nur zwei Kilogramm Pilze pro Person erlaubt. „Wenn wir Sammler kontrollieren, haben sie vielleicht ein Kilogramm bei sich und dafür haben sie lange gesucht. Es gibt keine Übertretungen“, bestätigt auch Einsatzleiter Siegfried Köstenberger von der Bergwacht Feldkirchen. Während sonst etwa die Gerlitzen ein Pilze-Hotspot ist, gibt es heuer kaum Schwammerln. „Anfang August ist sonst die beste Zeit, heuer ist es nicht so“, sagt Köstenberger.

Reinhold Grayer, Leiter der Bergwacht im Bezirk St. Veit
© Privat/KK
Reinhold Grayer, Leiter der Bergwacht im Bezirk St. Veit

Beanstandungen seitens der Bergwacht gab es dafür im Bereich Zirbenschutz Anfang Juli. „Hier sind manche über die erlaubten drei Stück Zirbenzapfen pro Tag und Person gewesen“, erklärt Köstenberger.

Doch zurück zu den Pilzen. „Ein Tag Regen wird nicht helfen. Es braucht jetzt längere Zeit Regen und dann muss es wieder warm werden, damit die Pilze wachsen“, erklärt Grayer. Er hofft, dass es mit der Schwammerlsaison „wohl noch etwas werden wird“.

Steigende Preise

Dass Eierschwammerl und Co. heuer Mangelware sind, wirkt sich auch auf die Preise aus. Auf diversen Bauernmärkten findet sich kaum Ware und wenn, ist sie teuer. So kostete bei einem Händler am Benediktinermarkt in Klagenfurt ein Kilogramm Eierschwammerl im Vorjahr 22 Euro, heuer sind es (sofern er welche hat) 36 Euro.

Ildiko und Robert Sorger von „Gaumenjuwelen“
© Helmuth Weichselbraun
Ildiko und Robert Sorger von „Gaumenjuwelen“

Gefriergetrocknete Pilze

In St. Veit gibt es aber eine Möglichkeit, an die begehrten Pilze zu kommen. Der Lavanttaler Robert Sorger, der erst vor Kurzem mit seinem Geschäft „Gaumenjuwelen“ von Klagenfurt nach St. Veit gezogen ist und auch Teil des St. Veiter Bauernmarktes ist, bietet gefriergetrocknete Eierschwammerl und Herrenpilze an. „Wir haben eine Gefriertrocknungsanlage. Dabei wird den Pilzen das Wasser komplett entzogen“, erklärt Sorger. Die Pilze stammen großteils aus dem Vorjahr und wurden durch das Gefriertrocknen haltbar gemacht. Sie werden glasweise verkauft und können laut dem Produzenten wie frische Ware verwendet werden. Ein Glas mit 15 Gramm gefriergetrockneten Eierschwammerln kostet 9,90 Euro, eines mit 15 Gramm Herrenpilzen 14,90 Euro. „15 Gramm klingen vielleicht wenig, aber man muss bedenken, wie leicht die Pilze sind, wenn sie kein Wasser mehr in sich haben“, betont Sorger.

Das gilt beim Schwammerlklauben

Bis zum 30. September können noch täglich in der Zeit von 7 bis 18 Uhr Schwammerl geklaubt werden. Die Höchstmenge von zwei Kilogramm pro Person und Tag darf nicht überschritten werden, sonst drohen Strafen bis zu 3630 Euro. Die Verwendung von Harken, Hacken, Rechen und Gegenständen, welche die humushaltige Bodenschicht zerstören könnten, ist verboten.

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