Braune Brühe am Furtnerteich? Gewässeraufsicht rückte in Naturpark aus
Ein schmieriger Film sorgte für Aufregung um den Furtnerteich in Mariahof. Die Gewässeraufsicht war vor Ort und nahm eine Probe. Eine erste Einschätzung gibt Entwarnung.

Der Furtnerteich in Mariahof bei Neumarkt ist beliebtes Ausflugsziel, Badeteich, Fischerparadies und Naturschutzgebiet zugleich. Als Europa- und Vogelschutzgebiet ist das Gewässer im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen besonders geschützt. Dass dort unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen, ist nichts Neues.
Mitte August sorgten Bilder des Teichs für Aufregung. Darauf war ein bräunlicher, schmieriger Film an der Wasseroberfläche zu sehen. Ein Leser wandte sich an die Kleine Zeitung und stellte die Frage, ob es sich dabei möglicherweise um Colibakterien handeln könnte. Gleichzeitig wurde die Entfernung der „natürlichen Filteranlage“ beklagt. Gemeint dürfte damit die Ufervegetation sein.

Ein Lokalaugenschein der Kleinen Zeitung am 18. August zeigte keinen schmierigen Film mehr. Das Wasser präsentierte sich zwar bräunlich, die auffälligen Schlieren waren jedoch nicht mehr vorhanden.

Gemeinde: „Es ist nichts mehr zu sehen“
Bürgermeister Josef Maier war selbst am Furtnerteich und konnte ebenso keine Auffälligkeiten mehr feststellen. Er habe mit Fischern gesprochen, die den vorübergehenden Blütenstaub beziehungsweise organische Ablagerungen an der Oberfläche als nicht ungewöhnlich bezeichnet hätten.
Eine mögliche Belastung könne beispielsweise nach starken Regenfällen entstehen, wenn von umliegenden Flächen Stoffe in den Teich eingeschwemmt werden. Für den beanstandeten Film gebe es jedoch keinen Hinweis auf eine solche Verunreinigung: Der Teich werde regelmäßig kontrolliert, die Situation habe sich bereits wieder verändert.
Die braune Färbung, die beim Lokalaugenschein noch sichtbar war, dürfte mit den Regenfällen der vergangenen Tage zusammenhängen.
Schlieren sind organisches Material
Für eine Bewertung rückte nach Zusendung des Bildmaterials Fachpersonal vom Land Steiermark aus. Edgar Chum von der Abteilung 15 für Energie, Wohnbau und Technik berichtet, dass der Teich von einem Sachverständigen besichtigt sowie eine Wasserprobe entnommen wurde, mit dessen Ergebnis „in frühestens zwei Tagen“ zu rechnen sei.
Eine erste Einordnung gibt Entwarnung: Bei dem Film handle es sich nach derzeitiger Einschätzung um pflanzliches Material, das aufgrund der warmen Witterung und des niedrigen Wasserstandes an die Oberfläche gelangt sei. „Durch die ständige Hitze und Sonneneinstrahlung wird das Algenwachstum im Teich übermäßig angeregt, diese sterben dann zeitnah wieder ab, kommen an die Oberflächen und werden dann über den Abfluss wieder abtransportiert“, erklärt Chum.

Bei fehlendem Niederschlag, wie es in den letzten Wochen und Monaten der Fall war, seien der Zufluss in den Teich und infolge auch der Abfluss relativ langsam, sodass diese Reste länger im Gewässer verbleiben würden. Dazu komme auch, dass durch die Trockenheit der letzten Zeit der Schilfgürtel an den Rändern trocken werde und ständiges abgestorbenes Material ins Gewässer abgebe. „Aus fachlicher Sicht ist das Ereignis natürlichen Ursprungs. Sollte die Wasserprobe etwas anderes ergeben, wird natürlich weiter überprüft“, so Chum.