Auch nach 30 Jahren Gastro jammert dieser Kärntner Wirt nicht
Seit zehn Jahren gibt es das Stern am Hans-Gasser-Platz in Villach. Zum Erfolgsrezept gehören das Team, eine große vegane Auswahl und leistbare Preise. Wirt Martin Pohl blickt auf fast drei Jahrzehnte Gastronomie zurück.

Wer mittags im Stern am Hans-Gasser-Platz einen Tisch ergattern will, braucht manchmal Geduld. Vor dem Lokal herrscht Betrieb, drinnen geht es geschäftig zu und beim Mittagsmenü kann es schon einmal vorkommen, dass sich die Gäste anstellen. Zehn Jahre gibt es das Lokal inzwischen und für die Betreiber Martin Pohl und Andreas Mörtl ist das Jubiläum vor allem eines: ein Grund, auf einen Weg zurückzublicken, der schon viel früher begonnen hat. 1998 stieg Pohl gemeinsam mit Marcus Frohnwieser mit dem Soho in die Gastronomie ein. Seitdem ist er durchgehend in der Branche tätig. Das Stern wurde 2002 gegründet, zunächst in Graz, später kam der Standort am Villacher Kaiser-Josef-Platz dazu. 2007 folgte das Stern im ATRIO, das bis 2020 betrieben wurde. 2016 schließlich öffnete das heutige Stern am Hans-Gasser-Platz
„Das Aufsperren 2016 war für mich ein besonderer Moment“, erzählt Pohl. Erstmals wurde ein Lokal nicht gepachtet, sondern im Eigentum erworben. Damit habe sich auch die Beziehung zum Standort verändert. „Man schafft sich etwas, das einem gehört.“ Und auch für die Zukunft war damit ein Gedanke verbunden: Irgendwann soll das Lokal weitergegeben oder verpachtet werden können.
Ein Team, das zusammenhält
Dass es das Stern nach zehn Jahren noch gibt, ist für Pohl keineswegs selbstverständlich. Er ist vor allem stolz darauf, „ohne Konkurs“ durch die vergangenen Jahrzehnte gekommen zu sein. Leicht sei es in der Gastronomie aber dennoch nie gewesen. Das Rauchverbot etwa habe die Branche zunächst ordentlich getroffen. Auch die Umstellung von 0,8 auf 0,5 Promille habe für Betriebe eine schwierige Phase bedeutet. Corona wiederum sei für das Unternehmen wirtschaftlich weniger problematisch gewesen als zunächst befürchtet. Das eigentliche Erfolgsrezept sieht Pohl aber in den Menschen dahinter und setzt auf ein kleines, eingespieltes Team. Die Beschäftigten werden gut bezahlt, man unternimmt auch privat etwas miteinander, macht Ausflüge.
Davon profitiere letztlich auch der Gast. Wer jahrelang dieselben Mitarbeitenden sieht, erlebe eine Konstante und genau diese wolle man auch den Gästen vermitteln.

Vegan ist kein Trend mehr
Eine Besonderheit des Sterns ist die große Auswahl an veganen Gerichten. Vegan zu essen sei mittlerweile zwar nicht mehr der große Trend, so Pohl, die Nachfrage sei aber keineswegs verschwunden. Wo es möglich ist, setzt das Stern auf Produkte aus der Region. Beim Fleisch sei Regionalität allerdings eine Preisfrage. Einen Tagesteller mit Fleisch von einem Biobauern für unter zehn Euro anzubieten, sei kaum möglich.
Überhaupt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis für Pohl ein wichtiger Punkt. Das Mittagsmenü soll für möglichst viele Menschen leistbar bleiben: „Wir wollen lieber mehr Kunden haben und dass sich jeder wohlfühlt, als dass man es sich nicht leisten kann.“ Der Preis des Menüs wurde deshalb seit zwei Jahren nicht erhöht. Im Herbst könnte allerdings eine leichte Anpassung notwendig werden.
Der nächste Stern ist schon in Sicht
Ausruhen wollen sich Pohl und Mörtl trotz des Jubiläums nicht. Das nächste größere Projekt steht bereits im Raum: Im Zuge des neuen Marktprojekts soll auch das Stern wieder an den Kaiser-Josef-Platz zurückkehren. Mit der Stadt laufen bereits Gespräche über die Details, erste Pläne für die neue Lokalität gibt es schon. Und auch ein weiteres Jubiläum zeichnet sich ab: 2027 wird die Marke Stern 25 Jahre alt.
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