Die beste Sonnenfinsternis in Österreich bis zum Jahr 2081
Zehntausende Polizisten sorgen bei der totalen Sonnenfinisternis in Spanien für Ordnung. In Österreich gibt es morgen 90 Prozent „SoFi“.

Der Kosmos lädt morgen zu einer besonderen Galavorstellung und dimmt das Licht – mehr oder weniger – herunter: Am Mittwoch wird sich die Sonne über Grönland, Island, Spanien und einer kleinen Region Portugals und Russlands für wenige Minuten vollständig verdunkeln. In Österreich, Deutschland und der Schweiz wird der Mond – je nach Standort – bis zu etwa 90 Prozent der von unserer Erde aus sichtbaren Sonnenfläche abdunkeln.
Nur eine Dreiviertelstunde
Die Sonnenfinsternis startet hierzulande um etwa 19.24 – das Zeitfenster, in dem es etwas zu sehen gibt, ist in Österreich allerdings schmal: Die Sonne wird spätestens um 20.16 Uhr am Horizont verschwunden sein, für eine Beobachtung gibt es also nur eine gute Dreiviertelstunde Zeit. Um das Spektakel in Österreich zu sehen, sollte man einen möglichst erhöhten Standort mit freiem Blick nach Westen haben. Ein wichtiger Faktor ist natürlich das Wetter, angesichts der seit Langem anhaltenden Schönwetter- und Hitzephase sollte sich das morgige Himmelsspektakel laut Prognosen der Geosphere Austria bei Schönwetter und demzufolge wolkenfrei ansehen lassen.

Sonnenfinisternis
Bei einer Sonnenfinisternis stellt sich der Mond genau zwischen die Sonne und die Erde. Er wirft dabei einen Schatten auf die Erde, wodurch die Sonne am Tag kurz dunkel wird. Die letzte totale Sonnenfinsternis in Österreich war am 11. August 1999.
Carole Mundell, Direktorin für Wissenschaft der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), erklärt: „Eine totale Sonnenfinsternis ist einer dieser seltenen Momente, in denen Millionen von Menschen gemeinsam in den Himmel blicken und dabei sowohl Staunen und Neugier empfinden.“ Die Astrophysikerin sieht einen besonderen Augenblick: „Es ist ein Moment, den wir alle teilen, der uns mit dem Universum verbindet und uns daran erinnert, dass der Wunsch nach Forschung und Verständnis eine der größten Stärken der Menschheit ist.“
Als totale Sonnenfinsternis ist die „SoFi“ beginnend an der Nordküste Sibiriens über den Arktischen Ozean bis nach Ostgrönland und die westlichsten Teile Islands bis nach Spanien zu sehen. Sie endet bei den Balearen – auf Mallorca traf man rigorose Vorkehrungen: Seit Monaten wird auf der von Touristen überschwemmten Insel Werbung mit der „eclipse total de sol“ gemacht, nun aber befürchtet man einen Verkehrskollaps, wenn alle dafür in gewisse Regionen strömen. Straßen zu gute Aussicht versprechenden Punkten werden abgeriegelt, bei den Zufahrten zum westlich gelegenen Tramuntana-Gebirge wurden von Polizisten und Soldaten besetzte Kontrollstellen installiert. Befürchtet werden nicht zuletzt durch achtlose SoFi-Betrachter verursachte Waldbrände.
Die partielle Phase beginnt auf Mallorca gegen 19.37 Uhr (Ortszeit), die Totalität setzt etwa um 20.30 Uhr ein – und endet gegen 20.33 Uhr schon wieder. Die SoFi wird aber auch die erste totale Sonnenfinsternis sein, die seit 1905 vom spanischen Festland aus zu sehen ist. Zusätzliche 24.000 Einsatzkräfte der Guardia Civil sollen in ganz Spanien dort, wo es nötig scheint, den Verkehr koordinieren, Rettungswege freihalten und so für die Sicherheit von Bevölkerung und Touristenströmen sorgen. Von einem „Einsatz ohne Beispiel“ war vorab die Rede.
Schutzbrillen sind Muss bei Blick auf Sonne
Experten werden auch bei dieser „SoFi“ nicht müde, darauf hinzuweisen, dass ordentliche Schutzbrillen zu tragen sind: Wer direkt in die Sonne blickt, riskiert bleibende Augenschäden – normale Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz. In Österreich findet die nächste totale Verdunkelung der Sonne übrigens am 3. September 2081 (ein Mittwoch, für alle, die sehr langfristig vorplanen wollen) statt. Die Zone der Totalität wird dabei – quer durch das Land – auf einer Linie von Bregenz bis nach Villach verlaufen.
Für alle, die morgen nicht viel von der Sonnenfinsternis mitbekommen, lockt der Nachthimmel: Ab dem 12. August ist wieder Perseiden-Zeit – und es regnet Sternschnuppen in Serie.

