218 neue Betriebe in Spittal und Hermagor trotz schwieriger Lage
Im ersten Halbjahr gab es 218 Unternehmensgründungen in Spittal und Hermagor. Der Anteil der Gründerinnen liegt bei über 40 Prozent.
Es waren knapp 1300 Menschen in Kärnten, die im vergangenen Halbjahr den Schritt ins Unternehmertum wagten. 174 Neugründnungen davon entfallen auf den Bezirk Spittal, 44 waren es in Hermagor nach rekordverdächtigen 55 im Vorjahreshalbjahr. Es gibt also regionale Unterschiede. Wie Christian Wastian, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer Hermagor, schildert, ist das Gailtal stärker touristisch geprägt, was die Gründungstätigkeiten (Ferienwohnungen, Vermietung) betrifft.

In Spittal sind Gewerbe und Handwerk stärker, wobei sich in beiden Bezirken auch immer mehr Frauen etwas neben Haushalt und Kindern dazuverdienen. „Sie gehen unter anderem in Direktvermarktung und -vertrieb von Produkten oder in Dienstleistungen“, sagt Elke Basler, Leiterin der Spittaler Wirtschaftskammer.
Lebenszeichen des regionalen Handwerks
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 gab es Zuwächse um vier Prozent. „Die vielen weiblichen Gründerinnen sind heuer schon auffällig“, so Basler, die die Branchen Marketing, Kommunikation und Hausbetreuung sowie Dienstleistungen in freien Gewerben nennt. Der Frauenanteil liege bei über 40 Prozent.
Insgesamt seien Metalltechnik und Unternehmensberatung weit vorne. Auch die regionale Herstellung von Tiernahrung und Lebensmitteln liege im Trend. Auf Baustellen würden auch vermehrt Teichgräber oder Subunternehmer mit eigenem Bagger das eingeschränkte Baugewerbe ausüben.
Schnelles Breitbandinternet als Kriterium
Zurück nach Hermagor, wo aufgrund des Breitbandausbaus auch Künstliche Intelligenz zum Treiber wird. „Heuer wurden bereits zwei Unternehmen, die KI-Optimierungen anbieten, gegründet“, so Wastian weiter. Damit reiche die Palette vom Hufschmied, Schlosser und Friseur bis hin zum Maschinenbauer. Dass sich beispielsweise Werbe- oder Medienagenturen im Gailtal aufgrund von schnellem Glasfaserinternet ansiedeln, sieht der Bezirksstellenleiter als massive Chance für den ländlichen Raum.
