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Second-Hand-Shop bringt wieder mehr Leben in Völkermarkts Zentrum

Das Geschäft des Vereins „Allerlei-Retterei“ eröffnet am 28. September am Hauptplatz in Völkermarkt. Nichtsdestotrotz gibt es dort derzeit elf Leerstände.

Glantschnig steht vor mehreren Second-Hand-Kleidern
© Petra Mörth
Obfrau Astrid Glantschnig eröffnet mit dem Verein „Allerlei-Retterei“ einen Second-Hand-Laden mit Lebensmittelausgabe auf dem Hauptplatz 16 in Völkermarkt
Petra Mörth
Redakteurin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Seit dem Umzug des Textildiskonters NKD im Herbst des Vorjahres standen dessen ehemalige Räumlichkeiten am Völkermarkter Hauptplatz leer. Ein Jahr später haucht nun der Verein „Allerlei-Retterei – Retten mit Herz fürs Herz“ der Geschäftsfläche im Ausmaß von rund 500 Quadratmetern neues Leben ein. „Die Frequenz ist in der Bezirkshauptstadt einfach größer“, begründet die Obfrau Astrid Glantschnig den Standortwechsel des bisher in Bleiburg/Pliberk beheimateten Second-Hand-Shops, der am 28. September in Völkermarkt neu eröffnet wird.

Ich würde mir wünschen, dass Hausbesitzer bei den Mietpreisen flexibler werden und auch alternative Nutzungsmöglichkeiten zulassen.

— Julia Koller, Geschäftsführerin des Wirtschaftsvereins Zukunft Völkermarkt

Angeboten werden von Privatpersonen gespendete gebrauchte Waren aus den Sortimentsbereichen Kleidung, Spielzeug, Haushaltskleingeräten, Geschirren und Büchern, die gegen „eine Wertschätzung“ weitergegeben werden. Was darunter zu verstehen ist? „Der Kunde bestimmt, was ihm die Ware in Geld wert ist“, erklärt Glantschnig das auf Solidarität und Menschlichkeit beruhende Konzept. Erhältlich sind im neuen Laden aber auch „gerettete Lebensmittel“, die dem Verein von mehreren Handelsketten gespendet werden. „Dabei handelt es sich etwa um Waren, deren Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wurde oder die nach Sortimentsbereinigungen aussortiert wurden“, berichtet die Obfrau des Vereins mit rund 35 Mitgliedern. Trotz des Umzugs des Second-Hand-Ladens nach Völkermarkt findet in Bleiburg weiterhin jeweils donnerstags von 16 bis 18.30 in der Koschatstraße 16a wie bisher eine Lebensmittelausgabe statt.

Auch Austausch bei Kaffee möglich

Der neue Laden in Völkermarkt hat von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet. „Einmal in der Woche werden wir ganztags aufsperren, aber wir wissen noch nicht, welcher Tag das sein wird“, sagt Glantschnig, die sich dankbar darüber zeigt, dass die Besitzerin die Räumlichkeiten am Hauptplatz 16 zu einem Mietpreis zur Verfügung stellt, der für den Verein finanzierbar sei. „Damit bekommen wir die Chance, unser Herzensprojekt in Völkermarkt zu realisieren“, freut sie sich auch auf regen Austausch mit den Kundinnen und Kunden, die im Laden auch einen Kaffee trinken können.

Der Verein „Allerlei-Retterei – Retten mit Herz fürs Herz“ bezieht die seit Herbst des Vorjahres leerstehenden Räumlichkeiten am Hauptplatz 16
© Petra Mörth
Der Verein „Allerlei-Retterei – Retten mit Herz fürs Herz“ bezieht die seit Herbst des Vorjahres leerstehenden Räumlichkeiten am Hauptplatz 16

Trotz der Neueröffnung stehen derzeit auf dem Völkermarkter Hauptplatz insgesamt elf Geschäftslokale leer, die laut dem Wirtschaftsverein Zukunft Völkermarkt vermittelbar wären. „Bereits vor rund einem Jahr eröffnete die Waleed Änderungsschneiderei, die am 8. August ihr erstes Jubiläum feiert. Heuer kamen unter anderem das ,Bacaro‘ und ,Heimweh‘ sowie der Blitz Pizza & Kebap dazu“, berichtet Geschäftsführerin Julia Koller vom Wirtschaftsverein Zukunft Völkermarkt. Nach der Winterpause hingegen nicht mehr geöffnet hätte der „Bikewolf“, der mit seinem Geschäft auch nicht mehr zurückkehren werde.

Alternative Nutzungsmöglichkeiten

Das „generelle Problem“ mit den Leerständen würde laut Koller auch an den „hohen Mietvorstellungen“ der Eigentümer der Häuser am Hauptplatz liegen. „Ich würde mir wünschen, dass Hausbesitzer bei den Mietpreisen flexibler werden und auch alternative Nutzungsmöglichkeiten zulassen“, sagt Koller, die anfügt: „Es gibt bereits positive Beispiele.“ Eines davon sei eben jenes in der ehemaligen NKD-Filiale, wo durch das Entgegenkommen von Elke Koller-Piskernik der Second-Hand-Laden samt Lebensmittelausgabe des Vereins „Allerlei-Retterei“ realisiert werden könne. „Frau Korak hat ihre Räumlichkeiten vorübergehend als Lagermöglichkeit zur Verfügung gestellt. Solche Kooperationen können dazu beitragen, Leerstände sinnvoll zu nutzen und wieder Leben in die Innenstadt zu bringen“, hofft die Wirtschaftsverein Zukunft Völkermarkt-Geschäftsführerin auf Nachahmer.

Einer der aktuellen Leerstände: das ehemalige Geschäft des vor mehreren Jahren ins City Center gezogenen Elektrofachgeschäfts „EP:Hus“
© Petra Mörth
Einer der aktuellen Leerstände: das ehemalige Geschäft des vor mehreren Jahren ins City Center gezogenen Elektrofachgeschäfts „EP:Hus“

Beim Gewerbeverein selbst setze man indes weiterhin auf eine „aktive Belebung“ der Völkermarkter Innenstadt durch Veranstaltungen, Marketingmaßnahmen und gemeinsamen Aktionen mit den Betrieben. „Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher regelmäßig in die Innenstadt zu bringen und dadurch die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Völkermarkt nachhaltig zu stärken“, so Koller. Mit dem an jedem ersten Samstag im Monat stattfindenden Flohmarkt geht am 5. September von 9 bis 12 Uhr die nächste Veranstaltung auf dem Hauptplatz über die Bühne.

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