Hartbergerin rettete Buben (4) in Therme das Leben
Die Hartbergerin Doris Tödling wurde in ihrem Urlaub zur Lebensretterin. Bei einem Unfall in der oberösterreichischen Therme Bad Schallerbach war die Intensivkrankenschwester zur rechten Zeit am rechten Ort, um einem vierjährigen Buben das Leben zu retten.

Urlaub ist Auszeit vom Alltag. Ganz besonders für jemanden wie Doris Tödling, denn die 35-jährige Hartbergerin ist als Intensivkrankenschwester am LKH Hartberg tätig – und rettet hier mit ihren Kolleginnen und Kollegen Tag für Tag Menschenleben.
Am Dienstagnachmittag waren ihre Fähigkeiten unverhofft auch beim Badeurlaub mit ihrer Familie in Oberösterreich gefragt. Gemeinsam mit ihrem Freund und den zwei Kindern (4 und 7 Jahre alt) wollte Tödling ein paar ruhige Tage im Aquapulca verbringen, der großen Piratentherme in Bad Schallerbach.
Hinter meinem Freund ist der Bub an der Oberfläche getrieben mit dem Gesicht nach oben und der hat mir gar nicht gefallen.
— Lebensretterin Doris Tödling
Doch als sie einen leblos im Wasser treibenden Kinderkörper sah, handelte sie schnell und instinktiv: „Hinter meinem Freund ist der Bub an der Oberfläche getrieben, mit dem Gesicht nach oben und der hat mir gar nicht gefallen“, schildert sie die ersten Sekunden des drohenden Unglücks.
„Ich habe dann zu meinem Freund gesagt, dass er den Jungen anstupsen soll, aber selbst auf Anreden hat der Bub nicht mehr reagiert.“ Sekunden später trägt Tödling den bewegungslosen Körper bereits aus dem Wasser: „Ich bin einfach raus aus dem Wasser, habe den Buben dann hingelegt, um Hilfe geschrien und sofort mit der Reanimation begonnen.“
Zweiter Helfer stellt sich als Sanitäter heraus
Auch andere Badegäste hätten laut Tödling vorbildlich reagiert und die Szene sofort nach außen hin abgeschirmt. Ein Mann sei dann auf sie zugekommen und habe gesagt, dass er die Beatmung übernehme und sie weiter reanimieren solle. Es stellte sich heraus, dass der 39-jährige Niederösterreicher Rettungssanitäter und damit gut geschult ist: „Es war, wie es eigentlich sein sollte, wir haben dann 15 zu 2 reanimiert, also ich habe 15 Mal Herz-Rhythmus-Massage gemacht, dann hat er zweimal beatmet und das haben wir etwa drei Zyklen lang durchgezogen“, so Tödling
Als der Bub wieder zu sich gekommen ist, war das so ein erleichterndes Gefühl.
— Lebensretterin Doris Tödling
Auch im Schwimmbad blieb man unterdessen nicht untätig. Noch als der Vierjährige wieder zu sich kam, waren bereits Rettungskräfte des Roten Kreuzes eingetroffen, auch ein Helikopter sei da bereits gelandet. „Als der Bub wieder zu sich gekommen ist, war das so ein erleichterndes Gefühl, weil als wir ihn aus dem Wasser geholt haben, war er wirklich leblos und seine Lippen schon blau.“

Ausnahmesituation auch für den Vater
Tödling lobt die „perfekte Rettungskette“, denn „in zehn Minuten war alles da, Notarzt, Rettung, Polizei, Hubschrauber.“ Der Vater des Vierjährigen sei während der Reanimation in einer „Ausnahmesituation“ gewesen und konnte nur zusehen, wie seinem Sohn geholfen wird. Später seien die beiden per Helikopter ins Krankenhaus gebracht worden.
Wenige Stunden nach der Rettungsaktion bekam Tödling dann bereits telefonisch die Entwarnung. Mitarbeiter der Therme teilten ihr die Neuigkeiten aus dem Krankenhaus mit, dass es dem Jungen gut geht. Auch habe man sich bei ihr für ihren Einsatz bedankt. „Ich war wirklich froh, dass das so gut ausgegangen ist“, gibt sich Doris Tödling noch immer erleichtert – „und jetzt mache ich Urlaub“, schiebt die Hartbergerin glücklich nach.

