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Hitze bringt Sorge um Trinkwasser in einzelnen Gemeinden

Während es in Bundesländern wie in der Steiermark kaum Probleme mit der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung gibt, mussten etwa in Oberösterreich und Kärnten strenge Wassersparverordnungen erlassen werden.

Wassersparverordnungen in manchen österreichischen Gemeinden
© APA/dpa
Wassersparverordnungen in manchen österreichischen Gemeinden

Die andauernde Hitzewelle bringt in so manchen österreichischen Gemeinden Sorgen ums Trinkwasser. Während es in Bundesländern wie in der Steiermark kaum Probleme mit der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung gebe, mussten etwa in Oberösterreich und Kärnten in einzelnen Kommunen strenge Wassersparverordnungen erlassen werden. Der südburgenländische Wasserverband Thermenland setzt indessen auf einen elektronischen "Poolfüllkalender", dessen System sich bewährt habe.

Keine Probleme in der Steiermark

In der Steiermark gebe es "grundsätzlich kein Problem mit der Trinkwasserversorgung", hieß es am Dienstag aus dem Büro von Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP). Auch in der aktuellen Hitzeperiode sei die Versorgung gesichert. In einzelnen Gemeinden könnte es aber seitens kleinerer Wasserversorger Probleme mit der Aufrechterhaltung des Drucks bei Verbrauchsspitzen geben. Dass das Trinkwasser ausgeht, sei aber nicht zu befürchten, wurde versichert. In der Gemeinde Gaishorn am See im Bezirk Liezen hatte es Mitte Juli zwar bereits Sorge um das Trinkwasser gegeben, doch nach einem Appell des Bürgermeisters, das Trinkwasser nur noch für lebensnotwendige Zwecke zu verwenden, konnten sich die Wasserspeicher in den Hochbehältern wieder füllen. Anders sieht es beim Grundwasser aus, denn da sei die Hitze massiv zu spüren. Durch die hohe Verdunstungsrate und den steigenden Bedarf gebe es vor allem in der Landwirtschaft bereits Probleme.

Salzburgs Trinkwasserversorgung gesichert

In Salzburg sind aktuell keine verpflichtenden Maßnahmen zur Wassereinsparung geplant, hieß es am Dienstag auf APA-Anfrage im Büro des zuständigen Landesrats Maximilian Aigner (ÖVP). "Entsprechende Entscheidungen obliegen den einzelnen Wasserversorgern." Die Trinkwasserversorgung im Bundesland sei gesichert, das Land unterstütze die Wasserversorger als Ansprechpartner jedoch fachlich, juristisch und personell. In Salzburg gilt die Situation vor allem in Teilen des Flachgaus als angespannt, wie ein Beispiel zeigt.

Kein Wasser für Bewässerung eines Golfplatzes

In der Gemeinde Henndorf im Flachgau soll kein Trinkwasser für die Bewässerung eines Golfplatzes verwendet werden. Wie Bürgermeister Martin Köllersberger (ÖVP) der APA einen Bericht der "Salzburger Nachrichten" bestätigte, habe die Gemeindevertretung am Montagabend entschieden, den positiven Bescheid der Flachgauer Bezirkshauptmannschaft für einen Pumpversuch der Betreiberfirma des Golfplatzes Gut Altentann zu beeinspruchen, damit das Landesverwaltungsgericht darüber entscheiden kann. Geplant war, bis zu 2,5 Sekundenliter täglich aus dem Grundwasser zu fördern, um damit Golfplatzflächen in Zeiten großer Trockenheit zu bewässern. Die Gemeinde fürchtet aber um ihre wichtigste Trinkwasserversorgung. Sie möchte das Risiko vermeiden, dass ihr Brunnen in Hopfgarten von dem weiteren, rund 150 Meter entfernten Brunnen beeinträchtigt wird.

Autowaschen und Rasensprengen verboten

Die Stadt Grieskirchen hat bereits Ende Juni eine strenge Wassersparverordnung erlassen: Das Befüllen von Pools, Autowaschen, großflächiges Rasensprengen und das Abspritzen von Fassaden oder Terrassen sind demnach verboten, für das Bewässern von Nutzgärten gibt es Regeln. Ähnliche Verordnungen gibt es auch in St. Georgen bei Grieskirchen, in Hofkirchen im Mühlkreis, Hinterstoder oder in Tollet. Auch Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) hat bereits an die Bevölkerung appelliert, sorgsam mit Wasser umzugehen, auf Poolbefüllungen und Rasensprengen zu verzichten. Immer öfter führen auch trockene Brunnen zu Versorgungsengpässen. Die Wasserversorgungsanlage in der Ortschaft Tambergau in Hinterstoder beispielsweise ist derzeit auf Wasserlieferungen durch die Feuerwehr angewiesen, um die Versorgung sicherstellen zu können. Die 85 Betroffenen müssen das Wasser daher abkochen.

„Poolfüllkalender“

Der südburgenländische Wasserverband Thermenland hat, um die Versorgung in Zeiten erhöhten Wasserverbrauchs sicherzustellen, auch dieses Jahr einen elektronischen "Poolfüllkalender" im Einsatz. Das System habe sich bewährt und helfe, größere Wasserentnahmen besser zu koordinieren, hieß es auf der Homepage. Poolbesitzer werden daher ersucht, Poolfüllungen in den Kalender einzutragen. Dadurch soll die Versorgung mit Trinkwasser und der Löschwasserbedarf jederzeit sichergestellt werden. In den 66 Mitgliedsgemeinden des Wasserleitungsverbandes Nördliches Burgenland (WLV) gibt es laut Verbandsangaben aktuell keine Probleme mit der Versorgung.

In Kärnten unterschiedliche Maßnahmen

In Kärnten ist die Wassersituation wegen der verschiedenen geografischen Voraussetzungen sehr unterschiedlich - während es Gemeinden gibt, die vorerst keine Probleme mit der Wasserversorgung haben, ist die Lage anderenorts ernst. So wie etwa in der Gemeinde Köttmannsdorf im Bezirk Klagenfurt-Land: Dort gilt bereits seit Ende Juni eine Verordnung, die etwa das Bewässern von Rasenflächen oder das Autowaschen verbietet - auch das Bewässern von Blumen und Gemüsebeeten ist "auf das unbedingt erforderliche Maß" einzuschränken. Poolbefüllungen müssen bei der Gemeinde angemeldet werden. Bei einem Verstoß gegen die Verordnung drohen Geldstrafen von bis zu 2.180 Euro.

Eine ähnliche Verordnung gilt bereits seit Mai in Gurk (Bezirk St. Veit): Gemeindebürgerinnen und -bürger müssen ihren Wasserverbrauch auf das "unbedingt notwendige Ausmaß" einschränken. Neben Rasenbewässerung ist auch hier das Autowaschen sowie das "Verdünnen von Gülle mit Trinkwasser" untersagt. Und Wassersparen ist auch in Steuerberg (Bezirk Feldkirchen) angesagt. Auch hier muss die Befüllung von Pools erst von der Gemeinde bewilligt werden.