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Dieser Lavanttaler verleiht seit 45 Jahren alten Möbeln neuen Glanz

„Solange ich noch arbeiten kann, werde ich weitermachen“, sagt der 71-jährige Hermann Wech, der in St. Jakob bei Wolfsberg eine Tischlerei betreibt.

Ein älterer Mann hält eine Kiste in der Hand
© Petra Mörth (2)
Restauriert mit Leidenschaft seit 45 Jahren alte Möbelstücke: der Wolfsberger Hermann Wech (71)
Petra Mörth
Redakteurin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Schon während seiner Tischlerlehre in den 1970er-Jahren entdeckte der Wolfsberger Hermann Wech (71) seine Leidenschaft für das Restaurieren von alten Möbeln aus längst vergangenen Epochen der Kunstgeschichte. „Der Tischler hat nicht nur die Aufgabe, Neues zu produzieren, sondern auch Altes zu reparieren“, sagt Wech, der nach seiner Meisterprüfung 1976 mehrere Jahre lang in verschiedenen Betrieben Praxis gesammelt hat.

Jede Epoche hat ihre eigenen Techniken, Stile und Bauweisen.

— Hermann Wech, Tischler und Restaurator

1981 wagte er dann als „Newcomer“ den Sprung in die Selbstständigkeit. „Das war nicht so leicht, weil ich mir erst einen Kundenstock aufbauen musste“, erzählt Wech, der seinen rein auf das Restaurieren von alten Stühlen, Truhen und Co. aus Holz spezialisierten Betrieb in einem ehemaligen Stall in St. Jakob bei Wolfsberg seit nunmehr 45 Jahren führt.

Türportal aus der Renaissance

Seine ersten Kunden akquirierte Wech mit einem Stand bei der internationalen Holzmesse in Klagenfurt. „Ich habe dort sicher 15 Jahre lang ausgestellt“, sagt er, der sein Wissen über traditionelle Techniken und historische Materialien auch durch den Austausch mit anderen Restauratoren in mehreren Werkstätten bis zum Bundesdenkmalamt vertieft hat. „1991 habe ich für die Landesausstellung in St. Paul ein Renaissance-Portal von Schloss Thürn, das damals eine Leihgabe an das Stift war, restauriert“, berichtet Wech, dessen Kunden schon längst nicht mehr nur aus Kärnten und der Steiermark kommen.

Hermann Wech mit einer Wahlurne aus einem Südtiroler Kloster, die vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt
© Petra Mörth
Hermann Wech mit einer Wahlurne aus einem Südtiroler Kloster, die vermutlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammt

Großaufträge an Land gezogen

Über einen Bericht in einer Fachzeitschrift wurde ein Osttiroler Tischler auf den Lavanttaler aufmerksam, der ihn um die Jahrtausendwende mit dem Besitzer des Südtiroler Schlosses Ehrenburg zusammenbrachte. „Seitdem durfte ich dort alles Mögliche aus dem Originalmobilar restaurieren – unter anderem einen Kasten, den die Vorbesitzer des Schlosses, eine Grafenfamilie, einst von Kaiserin Maria Theresia geschenkt bekamen“, schwärmt Wech, der dadurch wiederum Zutritt zu einem weiteren erlesenen Kunden erhielt – nämlich dem Augustiner Chorherrenstift Neustift nahe Brixen.

Wechs Betrieb befindet sich in einem ehemaligen Stall am Libellenweg 15 in Wolfsberg
© Petra Mörth
Wechs Betrieb befindet sich in einem ehemaligen Stall am Libellenweg 15 in Wolfsberg

Für seine aufwendige Handarbeit müsse sich der Restaurator nicht nur historisch, sondern auch kunsthistorisch auskennen. „Jede Epoche hat ihre eigenen Techniken, Stile und Bauweisen“, sagt er, der bis zu 200 Arbeitsstunden benötigt, um einem alten Stück neuen Glanz zu verleihen. Außerdem sei beim Restaurieren Fingerspitzengefühl gefragt: „Wenn man bei einem 200 bis 300 Jahre alten Stück etwas verhaut, kann man es nicht mehr gut machen“, gibt Wech zu bedenken.

Tatkräftig unterstützt wird der Vater einer 31-jährigen Tochter von seiner Gattin Anita, mit der er auch bereits seit 45 Jahren verheiratet ist. „Solange ich noch arbeiten kann, werde ich weitermachen“, sagt Wech, der auch Bezirksinnungsmeister der Tischler in der Wirtschaftskammer ist.

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