Inflation: Bloß die Ruhe vor der nächsten Welle

Die Inflation sinkt leicht – doch Irankrieg und Klimafolgen könnten die Preise schon bald wieder spürbar steigen lassen.
Das EZB-Inflationsziel von 2 Prozent wird Österreich auch dieses Jahr verfehlen. 3,2 Prozent Inflation lautet die Prognose des Wifo für 2026. So gesehen deutet die laut Schnellschätzung der Statistik Austria im Juli auf 2,7 Prozent gesunkene Teuerungsrate auf leichte Entspannung hin. Etwas günstigere Lebensmittel – maßgeblich dafür ist die Steuersenkung – dämpften den Preisauftrieb.
Doch der Schein trügt: Die Folgen des Irankriegs – teurer Sprit, knappes Kerosin, fehlende Düngemittel und gestörte Lieferketten – fressen sich durch die Wertschöpfungsketten. Dazu kommt eine Dimension, die sich kaum bemessen lässt: Klimaflation. Extremwetter, Dürre, Brände, Wasserknappheit, mitverursacht vom menschengemachten Klimawandel, sorgen für Ernteausfälle. Deren Preis werden wir schon bald an Supermarktkassen zahlen. Hinter diesen Inflationstreibern steckt stets fossile Energie.
Es wäre naiv, sich von der gedämpften Teuerung blenden zu lassen. Womöglich nimmt sie bloß Anlauf.
