Seit 140 Jahren steht die FF Afritz für die Bevölkerung im Dienst
Am Samstag, 1. August, wird mit einem großen Feste auf 140 Jahre Ehrenamt der FF Afritz geblickt.

Seit 140 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr Afritz zur Stelle, wenn Menschen, Häuser oder Verkehrswege bedroht sind. Was 1886 mit 15 Kameraden begann, ist heute eine Wehr mit 63 aktiven Mitgliedern, einem Reservisten und acht Altkameraden. An ihrer Spitze steht seit 2021 Andreas Jakl, der selbst seit 38 Jahren der Feuerwehr angehört.
Schon kurz nach der Gründung zeigte sich der Wille zur Selbsthilfe. Zur ersten Ausstattung gehörten ein Rüsthaus in Kraa, eine Kastenspritze, Schläuche und einfache Rüstungen. Drei Jahre später verfügte die Wehr bereits über zwei Rüsthäuser und zwei Handdruckspritzen. Das heutige Rüsthaus wurde zwischen 1959 und 1961 mit vielen freiwilligen Arbeitsstunden und Spenden aus Afritz und Verditz errichtet und bereits zweimal renoviert und erweitert.

Die Feuerwehr wuchs mit ihren Aufgaben
Die Feuerwehr musste bereits zahlreiche Umweltkatastrophen meistern. Im Juli 1985 verlegten Muren nach einem Wolkenbruch den Tassacherbach. Teile von Afritz wurden überschwemmt, die Bundesstraße blieb tagelang unpassierbar. Drei Jahrzehnte später wurde der Ort erneut schwer getroffen. „Die große Mure von 2016 steckt den Menschen und auch unseren Kameraden bis heute in den Köpfen“, sagt Jakl. 2017 folgte ein Waldbrand und 2022 standen die Kameraden in den Nachbargemeinden Arriach und Treffen Seite an Seite mit den Helfern der damaligen Unwetterkatastrophe.

„Wir müssen weniger oft Menschen aus Autos schneiden“
Heute rückt die technische Hilfeleistung stärker in den Vordergrund. Rund 20 bis 30 Mal pro Jahr wird die Feuerwehr alarmiert, etwa die Hälfte der Einsätze betrifft technische Aufgaben sowie Alarmierungen bei Verkehrsunfällen. Jakl sieht dabei auch eine positive Entwicklung. „Die Autos sind heute sicherer gebaut. Gott sei Dank müssen wir Menschen viel seltener aus den Fahrzeugen herausschneiden.“ Größere Brände habe es in Afritz in den vergangenen Jahren glücklicherweise nicht gegeben.
Obwohl es derzeit keine Jugendfeuerwehr gibt, bereitet der Nachwuchs dem Kommandanten keine Sorgen. Die Jüngsten treten mit 16 Jahren bei. Immer wieder finden auch Männer und Frauen um die 30 zur Wehr, die nach Afritz zugezogen sind. Man will für die Bevölkerung da sein und mit ihnen in Verbindung treten. „Der Dämmerschoppen beim Rüsthaus mit vielen Gästen aus der Gemeinde sowie gemeinsame Wandertage und Ausflüge stärken die Verbindung unter den Kameraden und mit der Bevölkerung“, erklärt Jakl.

Diese Nähe soll auch beim Jubiläum sichtbar werden. Am 1. August werden ab 17 Uhr beim Kulturhaus Afritz Ehrengäste und Gastwehren empfangen, um 18 Uhr beginnt der Festakt. Danach treten die Kindervolkstanzgruppe Gegendtal und „Die Oststeirer“ auf. Für Kinder gibt es einen Streichelzoo, eine Hüpfburg und Zielspritzen. Limitierte Jubiläumsbierkrüge werden mit einem Gratisgetränk angeboten und unterstützen die Kameradschaft. So wird nicht nur ein Jubiläum gefeiert, sondern jene Gemeinschaft, auf die sich Afritz seit 140 Jahren verlassen kann.
