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Ein Leben auf Schiene: Eisenbahn-Erinnerungen im Südbahnmuseum

Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen – oder auch zwei oder drei oder mehr. Für jene über Bahn und Schiene bot zuletzt das Südbahnmuseum in Mürzzuschlag Platz.

Sie alle hatten Geschichten von früher zu erzählen
© Elisabeth Schlögl
Sie alle hatten Geschichten von früher zu erzählen

Wie hat sich das Arbeiten bei der Eisenbahn im Laufe der Jahrzehnte verändert? Welche Erinnerungen verbinden Menschen mit ihrem Berufsleben auf der Schiene? Diesen Fragen widmete sich das Erzählcafé im Südbahnmuseum, das im Rahmen der Reihe „Was erzählst du: Steiermark?“ stattfand.

Ehemalige Eisenbahner, Zugreisende sowie interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer erinnerten sich gemeinsam an jene längst vergangene Zeit, in der ein Job bei der Eisenbahn viel eher Berufung als Beruf und weit mehr als ein Arbeitsplatz war. Viele Teilnehmer beschrieben die Eisenbahn als eine große Familie, in der man Dienstpläne oft gemeinsam erstellte. Kolleginnen und Kollegen halfen sich gegenseitig, und der Zusammenhalt prägte den Arbeitsalltag. Auch wenn Schichten häufig weit länger als 24 Stunden dauerten und das Familienleben dadurch auf manche Probe gestellt wurde, überwog in den Erzählungen der Stolz, Eisenbahner zu sein.

Klackern der Weichen wiegte ihn in den Schlaf

Mehrfach kam zur Sprache, dass diese besondere Verbundenheit heute kaum noch so existiere. Die Veränderungen innerhalb der ÖBB und die organisatorische Aufsplittung des Unternehmens hätten das Gemeinschaftsgefühl nachhaltig verändert.

Im k. u. k. Caféwaggon fand sich kein freier Platz mehr
© Elisabeth Schlögl
Im k. u. k. Caféwaggon fand sich kein freier Platz mehr

Besonders berührend gerieten die Kindheitserinnerungen. Ein Teilnehmer erzählte, dass er in einem Bahnwärterhaus aufgewachsen sei und ihn das Klackern der Weichen in den Schlaf wiegte. Ein anderer berichtete von seinen Eltern, die beide als Fahrdienstleiter in Budapest tätig waren. Schon als kleiner Bub begleitete er Mutter und Vater regelmäßig zur Arbeit. Heute lebt seine Familie in Österreich – und die frühe Faszination für die Eisenbahn stellte die Weichen für seine Abschlussarbeit über den Bahnhof Mürzzuschlag.

Fotoabend steht an

„Gerade diese persönlichen Geschichten illustrieren, dass sich Eisenbahngeschichte nicht bloß im Memorieren von Lokomotivtypen, Bahnhöfen oder Stellwerken erschöpft, sondern sich tief im Bewusstsein jener Menschen verankerte, die sie erlebten und prägten“, heißt es von den Veranstaltern. Das Erzählcafé ist eine Kooperation der Museen mit der Kulturvermittlung des Universalmuseums Joanneum und dem Museumsforum Steiermark. 

Heizhausmannschaft auf der Dampflokomotive SB Serie 60 vor der Alten Montierung in Mürzzuschlag: Solche Fotos werden Ende August ausgestellt
© SÜDBAHN Museum, Foto Franz Josef Böhm
Heizhausmannschaft auf der Dampflokomotive SB Serie 60 vor der Alten Montierung in Mürzzuschlag: Solche Fotos werden Ende August ausgestellt

Wer von der Geschichte der Eisenbahn noch nicht genug bekommen hat, sollte sich übrigens den Freitag, 22. August 2026, vormerken. Beim Fotoabend „Betriebsbahnhof Mürzzuschlag“ werden seltene Fotografien und Filmaufnahmen präsentiert, die spannende Einblicke in den Bahnbetrieb vergangener Jahrzehnte geben.

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