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Warum genau dieses Auto keine Künstliche Intelligenz braucht

Trigger-Warnung: Das ist eine Bericht für Liebhaber und das Auto ist eines der Letzten seiner Art. Porsche öffnet den GT3 und holt S/T-Gene ins Konzept.

Mobilitäts-Chef Didi Hubmann und der Porsche GT3 SC: Horch, sie spielen unser Lied
© Porsche
Mobilitäts-Chef Didi Hubmann und der Porsche GT3 SC: Horch, sie spielen unser Lied
Didi Hubmann
Wirtschaft, Mobilität, Gesundheit

Porsches GT3 wird zu Unrecht ein wenig argwöhnisch betrachtet. Und wir meinen nicht jene, die mit einem Mythos wie Porsche nichts anfangen können.

Es geht um die Porschianer selbst, die neue GT3-Generation brachte keine Leistungssteigerung, sondern eine Ingenieurmeisterleistung, weil man einen Vierliter-Saugermotor trotz verschärfter Abgasnormen auf dem gleichen PS-Niveau (510 PS) halten konnte. Zum ersten Mal war die neue Generation des GT3 nicht stärker als die Alte.

Und jetzt, ein Cabrio. Klar, muss man sich die Frage stellen – braucht das wer? Wenn man sich die technischen Kunstgriffe anschaut, die Porsche diesmal gesetzt hat, und den Sound hört, dann wird man schon ein bisserl schwach. Der Preis freilich ernüchtert, bei allen Emotionen. Denn die Steigerungsraten – bei uns verschärft die Nova zusätzlich die Situation – sind auf Speed. Derzeit bremst man sich bei 385.278,38 Euro ein.

Die wichtigsten Eckpunkte, warum der GT3 S/C (Sport/Cabrio) trotzdem ein Verführer ist: Genetisch nähert man sich dem heute schon legendären 911 S/T an.

Die Gene des Porsche 911 GT3 SC

Leichtbau, allerorts. Fronthaube, Kotflügel, Türen die aero-optimiert sind, kommen vom S/T und natürlich in Carbon. Das Verdeck stammt zwar vom Serien-911er-Cabrio, aber mit dem Magnesium-Einsatz minimiert man das Gewicht sowieso, und bei einem knappen Mehrgewicht von 60 Kilogramm kommt das Leichtbau-Paket gleich (Magnesium-Zentralverschlussfelgen, Keramikbremse etc.) um die Ecke. Beim Set-up schließt man sich den GT3-Touring-Kennlinien an (Federn, Dämpferraten etc.). Hoppla, man bleibt unter 1500 Kilogramm, und das mit 510 PS.

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Porsche, öffne dich . . .
Porsche, öffne dich . . . © Daniel Wollstein

Weil die technischen Limitierungen immer strenger geworden sind, klingt der GT3 heute vielleicht ein wenig leiser, aber nicht, wenn man das Dach aufmacht. Und das lässt das Cabrio so unwiderstehlich erscheinen. Horch, sie spielen unser Lied. Gänsehautfaktor, in Verbindung mit einer Präzision, die Porsche zu einerm Mythos gemacht hat.

Als ob der Porsche GT3 SC uns erahnen könnte

Man fährt, man genießt die ultrascharfe Lenkung, man dreht kurz hoch, den 9000er-Drehzahlgipfel des Vierliter-Saugers muss man gar nicht erklimmen. Das Auto ist eine einzige Präzisionsmaschine, und bringt einen Grip auf die Straße, der einfach sprachlos macht. Ansprechverhalten? Schneller als in Echtzeit, glaubt man, als ob das Auto uns erahnen könnte. Man schaltet per Hand, wie in Trance.

Die ganze Fahrwerks-Abstimmung fordert auf schlechten Straßen freilich Tribut, da polterts bisweilen wie bei einem Gewitter. Aber wo viel Sonnenschein . . . wir würden uns keine andere Abstimmung wünschen, sie ist zu perfekt zum Fahren, zum Genießen.

Ja, dieses Auto ist Luxus, dieses Auto ist Leidenschaft, aber in so einer homöopathischen Dosis gebaut, dass man es als willkommenen Botschafter einer Zeit verstehen kann, in der die Welt noch eingermaßen in Ordnung war.

Was soll der Porsche 911 GT3 SC mit KI?

Dass den GT3 SC trotz seiner 510 PS auch noch die Moderne einholt, nämlich mit dem Vorboten eines verbesserten Infotainment-Systems, das auch in den zivilen 911er passt, haben wir vernommen. Die Sprachbedienung ist besser, man hat eine tolle 3D-Fahrzeugdarstellung und die KI meldet sich zu Wort. Muss das sein? Gut, dass der Motor das letzte Wort, denn dieses Auto braucht keine KI. Wir schalten lieber einen Gang höher und vergessen den Preis.

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