Bei Olala geht es um mehr als klingelnde Kassen in Lienz
Das 35. Jubiläum des Festivals lockt wieder Menschentrauben in die Stadt. Kaum jemand freut sich nicht über den Besuchermagneten, der für manche Urlaubsgrund ist.
Italien hat Ferragosto und Osttirol hat Olala. Seit dreieinhalb Jahrzehnten gehört das Festival zum sommerlichen Fix- und Höhepunkt in Lienz. „Der Verein Ummi Gummi leistet seit 35 Jahren Unglaubliches und Olala zählt sicherlich zu den wichtigsten Kulturveranstaltungen des Lienzer Veranstaltungskalenders. Das Festival stärkt das Image der Stadt als Kultur- und Tourismusstandort, trägt in diesen Festivaltagen wesentlich dazu bei, Frequenzen in die Lienzer Innenstadt zu bringen“, heißt es auch aus dem Büro von Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ). Das stärke die Gastronomie, Handels- und Beherbergungsbetriebe in der Stadt und darüber hinaus.
Olala als Urlaubsgrund
Belastbare Zahlen werden dazu keine erhoben, aber das Fest für Straßen- und Zirkuskunst lockt Gäste aus Tirol, Südtirol und Kärnten sowie aus ganz Österreich und dem Ausland in die Sonnenstadt. „Das freut uns und macht Lienz zu einem Ort der Vielfalt und Freude“, so Blanik weiter.
Michaela Hysek-Unterweger, Bezirksstellenobfrau der Wirtschaftskammer, bestätigt: „Für viele Auslands-Osttiroler ist es mittlerweile ein Anlass, hier ihren Urlaub zu machen, um das Festival zu sehen.“ Man sei froh, mit Olala so einen Magneten zu haben, der für die ganze Familie funktioniert und Leute ins Zentrum zum Verweilen und Konsumieren bringt. Beeindruckend sei auch, welche artistische Qualität so nach Osttirol gebracht werde.
Olala ist eine Veranstaltung, die für die ganze Familie funktioniert.
— Michaela Hysek-Unterweger, WK-Bezirksstellenobfrau
Festival schafft „spürbare Belebung“
„Viele, wie etwa Künstlerinnen aus Miami, nehmen lange Reisewege auf sich, um dabei zu sein“, schildert Organisatorin Elisa Mutschlechner. Es sei auch gutes Standortmarketing, wenn bekannte Artisten Fotos und Videos auf Social Media von ihrer Zeit in Osttirol posten. „Diese Bilder gehen in die ganze Welt.“ Nach dem Auftakt hätten Gäste bereits nach dem Datum für 2027 gefragt, um Zimmer zu reservieren. Mutschlechner: „Wir sind mit dem großen Interesse und Andrang sehr zufrieden. Auch die Gastgärten sind voll.“
TVB-Obmann Franz Theurl spricht von einer prägenden Traditionsveranstaltung als bedeutende kulturelle Botschafterin für Osttirol und Lienz als Kulturstadt: „Das hochkarätige, internationale Programm sorgt in der Hauptsaison für eine spürbare Belebung der Innenstadt.“ Die Buchungslage in der Festivalzeit sei ausgezeichnet – „ein wichtiger Beitrag zur touristischen Wertschöpfung“ und das dank viel Idealismus, persönlichem Einsatz und Herzblut von Ummi Gummi.
Nicht zu den unmittelbaren Profiteuren zählen die Innenstadt-Geschäfte. Denn: „Zirkus und Handel sind zwei paar Schuhe. Die Veranstaltung ist absolut positiv zu sehen und belebt die Stadt. Aber man kommt nicht, um einkaufen zu gehen“, sagt City-Ring-Obmann Robert Geiger.


