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Die Zukunft des Giants-Meistermacher in Graz ist offen

Stefan Pokorny führte die Graz Giants zum ersten Meistertitel nach 18 Jahren. Auf die ausgiebige Feier folgen Verhandlungen.

Trainer Stefan Pokorny freute sich über  den Meistertitel
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Trainer Stefan Pokorny freute sich über den Meistertitel

Gleich nach der Ankunft in Graz wurde der Meisterpokal in Eggenberg versperrt. Sicher ist sicher. Denn danach wurde der erste Meistertitel der „Giganten“ seit 2008 ausgiebig gefeiert. „Wir haben bis in die Morgenstunden getanzt“, sagt Trainer Stefan Pokorny, der über den Rest den Mantel des Schweigens hüllt. So viel sei verraten: Als man nach Hause ging, war es wieder hell. „Diesen Titel zu gewinnen, war einfach unglaublich.“ Er selbst hatte auch die Medaille sicherheitshalber im Büro verwahrt. „Die, die es sich zugetraut hatten, sie nicht zu verlieren, haben sie aber mitgenommen.“ Wie viele Medaillen die Nacht „überlebt“ haben, ist nicht überliefert.

Als die Austrian Bowl, das Finale der Meisterschaft, zu Ende war, war Pokorny selbst fassungslos, brauchte einen Moment, um zu realisieren, was gelungen war. „Als Spieler bin ich Meister geworden, aber es ist mein erster großer Titel als Trainer.“ Die Giants hatten mit dem 16:14 (7:14, 3:0, 0:0, 6:0) gegen die Danube Dragons die alte Football-Weisheit bestätigt: „Defense wins championships“ – Die Verteidigung gewinnt Meisterschaften. „Das trifft zu 100 Prozent zu. Wir wollten einfach kein Risiko eingehen“, sagt der Trainer, und auch dessen Quarterback lobte die Verteidigungslinien: „Unsere Defense hat einen Mörderjob gemacht“, sagt Bastian Steinmair, der zum wertvollsten Spieler des Finales (MVP) ernannt wurde. „Kleine Fehler haben uns zwar mehr Punkte gekostet, aber am Ende hat es gereicht. Als österreichischer Quarterback hat dieser Titel einen besonders großen Stellenwert. Als ich Starter geworden bin, war das Ziel, die Austrian Bowl zu gewinnen. Dass uns das jetzt gelungen ist, ist einfach Wahnsinn.“

Um den Dragons nichts zu schenken, wurde auf das Ausspielen des vierten Versuchs konsequent verzichtet und der Weg nicht über die Touchdowns, sondern über die Field-Goals genommen. Nach einem 10:14 zur Pause drehten die Giants die Partie und sicherten sich den insgesamt elften Meistertitel der Vereinsgeschichte. „Es war eine harte Partie. In den ersten beiden Drives waren die Dragons hervorragend auf uns vorbereitet, danach haben wir uns angepasst. Am Ende des Tages zählt nur, dass wir es geschafft haben.“ Und das gelang gegen jenen Klub, bei dem Pokorny als Spieler (Meister) und Trainer 20 Jahre lang gewirkt hatte.

Der Stein, der nicht nur dem Meistertrainer nach dem finalen Viertel von Herzen gefallen ist, war riesengroß. „Es waren sehr viele Menschen auf der Tribüne, die uns so viele Jahre lang unterstützt haben. Uns sind so viele Menschen um den Hals gefallen. Dieser Titel bedeutet sehr viel.“ Doch weckt Erfolg bekanntlich auch Begehrlichkeiten. „Meine Aktie ist jetzt bestimmt gestiegen“, sagt Pokorny, dessen Zukunft in Graz ungewiss ist. „Wir haben bereits Gespräche geführt, aber ich kann noch nichts sagen.“ In den kommenden Tagen werden intensive Verhandlungen folgen. „Sportlich werde ich mich jetzt aber einmal auf das Nationalteam konzentrieren“, sagt Pokorny, der die österreichische Nationalmannschaft als Head Coach leitet. Da wird er auch mit Danube-Trainer und Freund Michael Hönig zusammenarbeiten. Die vergangenen zwei Wochen herrschte Funkstille zwischen den Kompagnons.

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