Hitzewelle sorgt für rekordverdächtige Bilanz in Freibädern
Steirische Bäderbetreiber freuen sich über eine erste gute Zwischenbilanz und schielen bereits auf den Rekord.
Die Rechnung geht auf. In der Steiermark freuen sich Betreiberinnen und Betreiber von Freibädern derzeit über eine gute erste Bilanz. Diese zeigt nämlich nach oben. Mit 270.000 Gästen allein in Graz hätte man in der Landeshauptstadt ein Besucherwachstum von knapp zezn Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Auch die Bäder in Leibnitz und Voitsberg verzeichnen laut einem Bericht des ORF Steiermarks ein Plus.
„Es hat eigentlich dann in der zweiten Mai-Hälfte schon ein sehr gutes Pfingstwochenende gegeben, wo es sehr schön war. Die Hitzewelle dann in der zweiten Juni-Hälfte war sicher auch dem Besuch zuträglich“, sagt Geschäftsführer der Holding Graz Freizeit, Oliver Wieser gegenüber dem ORF.
Hitzewelle hilft Freibädern
Soll heißen: Freibäder sind die Profiteure des Sommers und das obwohl das Konzept eigentlich seit längerem in einer mittelschweren Krise steckt. Denn: Freibäder kämpfen seit Jahren und Jahrzehnten damit, dass ihr Betrieb rein wirtschaftlich eine Mammutaufgabe ist. Für Gemeinden, die oft als Geldgeber der Bäder auftreten,, keine leichte Aufgabe.
Dieses Jahr scheint die Lage aber besser. Zwar sind die Kosten hoch, aber auch die Einnahmen fließen. Wieser sagt: Man plane nun auch über den Sommer verteilt viele unterschiedliche Angebote für die Besucherinnen und Besucher zu entwerfen. Bisher funktioniert es – obwohl die Eintrittspreise für Freibäder und Badeseen in diesem Jahr um 4,5 Prozent gestiegen sind. Betreiber hoffen jedoch, dass dieses Jahr auch das Rekordergebnis von 2024 übertroffen werden kann.
Niederschwelligkeit zieht
Freibadbesucher streichen indes die Wichtigkeit der niederschwelligen Schwimmmöglichkeiten heraus. „Freibäder sind Begegnungsräume für alle Schichten und Generationen. Für Familien, denen Geld für Urlaub fehlt, sind die Bäder oft der einzige Ort, an denen sie ihren Kindern Freizeitspaß im Sommer ermöglichen können“, erzählte Claudia Beiser von der Grätzelinitiative Margaretenbad der Kleinen Zeitung zu Beginn der Bädertour.
Nicht unwichtig. Denn: Die Schwimmstudie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zeigt, dass zehn Prozent der Kinder zwischen fünf und 19 Jahren – rund 137.000 – in Österreich nicht schwimmen können.

