Hürden-Asse vom Winde verweht, aber zu Gold gelaufen
Enzo Diessl und Karin Strametz sicherten sich bei der Staatsmeisterschaft der Leichtathletik Gold. Silber ging an ihre Vereinskollegen. Lotte Seiler und Heimo Kaspar mit Medaillen.
Mit der linken Hand streifte sich Enzo Diessl das feine Kettchen an seinem rechten Arm nach hinten, bis es festsaß. Dann kniete sich der Hürdensprinter auf die Bahn von Innsbruck, um im Startblock Spannung aufzubauen. Nach dem Ertönen des Schusses legte der Steirer los und kam in tadelloser Manier über die Hürden. Quasi konkurrenzlos verteidigte der Athlet der „SU Leibnitz“ seinen Titel über die 110 Meter Hürden, doch blieb ihm in der Windlotterie am Fuße der Nordkette eine Verbesserung seiner eigenen Meisterschaftsbestmarke verwehrt. Bei einem Gegenwind von 1,7 Metern pro Sekunde lief er in 13,53 Sekunden zu Gold. Im Vorlauf (13,35) herrschte noch Rückenwind. Da stellte sein Vereinskollege Philipp Pichler eine persönliche Bestleistung (14,28) auf. Im Finale reichte es zu Silber (14,65). „Ich wusste, dass ich bei den Windverhältnissen keine Bomben-Zeit erwarten kann, und die Zeit enttäuscht ein bisschen. Aber die Qualität des Laufes war gut, und das ist das Wichtigste. Es war ein gutes Training, und ich bin glücklich über den Staatsmeistertitel“, sagt Diessl, der in Birmingham die EM bestreiten wird.
Kurz darauf stand die Entscheidung über die 100 Meter Hürden der Frauen an. Dafür entschied sich der Veranstalter am ersten Tag der Staatsmeisterschaft, wieder auf die Gegengerade zu wechseln, um so für bessere Windverhältnisse zu sorgen. EM-Läuferin Karin Strametz (SU Leibnitz) lief als klare Favoritin auf Bahn vier zur erfolgreichen Titelverteidigung. Bei leichtem Gegenwind erreichte sie 13,21 Sekunden. Ihre Vereinskollegin Isabelle Engel (13,49) holte mit einer Saisonbestleistung Silber.
Heimo Kaspar sicherte sich im Bewerb der Kugelstoßer Bronze. Schon sein erster Versuch hätte für den dritten Platz gereicht, doch legte der Grazer vom „ATG“ im letzten Durchgang mit 14,19 Metern nach. Nichts wurde es mit einer Medaille für Viktoria Willhuber über die 400 Meter. Die Athletin der SU Leibnitz musste ihre Hoffnungen kurz nach dem Startblock begraben, ihr unterlief ein Fehlstart. Stürmisch war es, als die Entscheidung über die 1500 Meter fiel. Titelverteidigerin Lotte Seiler (KSV) zeigte einen beherzten Schlusssprint und lief von Position vier noch zu Silber.
Am Sonntag sollte es abermals Medaillen für die Steiermark geben. Djeneba Touré (ATG), die auf ein Antreten im Kugelstoßen verzichtet hat, ist mit dem Diskus die klare Favoritin. Die 4 x 100-Meter-Staffeln der Leibnitz-Frauen und ATSE-Graz-Herren sind heiße Kandidaten auf Edelmetall.