„Roadtrip“ führte zwei Seniorinnen (83 & 72) auf den Großglockner
Ein lange gehegter Wunsch ging kürzlich für die beiden Seniorinnen Maria Lang und Rosa Siegl in Erfüllung. Gemeinsam mit dem Team des SeneCura Sozialzentrums in Söchau reisten sie zum Großglockner. Doch der Blick von der Hochalpenstraße war nicht der einzige Höhenpunkt der zweitägigen Reise.

Die zweitägige Reise liegt erst eine Woche zurück, doch die beiden Seniorinnen strahlen noch immer über beide Ohren. „Dass ich in dem Alter noch da hinaufkomme, hätte ich mir nie gedacht“, schwärmt die mit 83 Jahren etwas ältere Maria Lang. Doch auch für die 72-Jährige Rosa Siegl, die ebenfalls im SeneCura Sozialzentrum in Söchau wohnt, ging mit dem Blick vom Großglockner ins Tal des Nationalparks Hohe Tauern ein „Lebenstraum“ in Erfüllung.
Rund sechs Stunden Anfahrt haben die beiden Damen dafür in Kauf genommen, begleitet wurden sie von den Pflegerinnen Natascha und Heidi, sowie der Leiterin des Sozialzentrums, Kerstin Grabenhofer, und dem Pflegedienstleiter Lukas Mauerhofer. „Eine halbe Stunde fährt man schon hinauf“, schildert dieser die letzten Kilometer der Tour, die sie über die Hochalpenstraße bis zur Franz-Josephs-Höhe führte.

„Wir haben so lange davon geredet, aber jetzt haben wir die Reise endlich umgesetzt“, gibt sich Mauerhofer sichtlich zufrieden. Auch für ihn und seine Kolleginnen habe der „Roadtrip“ viele bewegende Momente mit sich gebracht. „Wir hatten eine super Zeit“, schwärmt er sogar über die viele Fahrerei, die der Pflegedienstleiter hinter dem Steuer des Spezialbusses verbrachte.
„Wir waren auf über 2500 Metern“
Maria Lang hatte vor 57 Jahren schon einmal den Plan gehabt, auf den Großglockner zu fahren, aber die Schwangerschaft sei dazwischengekommen und ein gesunder Sohn „war natürlich wichtiger“, ergänzt sie im Scherz. „Über 20 Kehren muss man da rauf“, schildert Lang die vielen Serpentinen, die auch bei Motorrad- und Sportwagenfahrern so beliebt sind.

Zum Glück für alle Beteiligten spielte das Wetter mit, der Nebel verschwand, kaum hatten sie mit dem Aufstieg per Bus begonnen. Oben angekommen herrschte herrlicher Sonnenschein, der in den Worten von Rosa Siegl „nicht schöner hätte sein können.“ Die letzten Meter vom Parkplatz auf die Aussichtsplattformen und Terrassen des Besucherzentrums legten sie im Rollstuhl zurück.
„Als wir ausgestiegen und zur Franz-Josephs-Höhe gegangen sind, sind mir die Tränen gekommen“, schildert Lang noch immer ergriffen. Die Höhe habe den beiden hingegen nichts angehabt, stattdessen sprechen sie voller Begeisterung: „Wir waren auf über 2500 Metern.“ Und sogar Murmeltiere haben sie gesehen.
Selbstverständlich prangt daher jetzt ein Ehrenwimpel auf ihren Rollstühlen, der sie für immer an die Hochalpenstraße und den Großglockner erinnern wird. Und „wenn wer sagt, er war mit dem Motorrad am Großglockner, sagst du: ‚Und ich mit dem Rollstuhl‘“, schmunzelte eine der Angehörigen der beiden Reisenden beim Gespräch in Söchau.

Vom höchsten Punkt Österreichs in die Tiefe
Doch damit nicht genug, denn nicht nur die lange Anreise gab Grund, das Abenteuer zu verlängern. Kärnten hat mehr als den höchsten Punkt Österreichs zu bieten, weshalb die Reisegruppe einen zweiten Tag anhängte, um auch noch den Weißensee mitzunehmen. Nach einer erholsamen Nacht im Optimamed Gesundheitszentrum in Weißbriach, in der sie „sogar gut geschlafen“ haben, geht es tagsdrauf auf ein Boot.
„Der Kapitän und die Mannschaft waren sehr nett und die haben uns sogar ins Schiff gehoben“, berichtet Lang voller Begeisterung über die Fahrt auf dem Weißensee, der, wie Kenner wissen, „elf Kilometer lang und 99 Meter tief an der tiefsten Stelle ist“, so die 83-Jährige.

Dem Anspruch, „besondere Momente einzufangen“, wie ihn Pflegedienstleiter Mauerhofer formuliert, ist man jedenfalls vollumfänglich gerecht geworden. Und auch im restlichen Haus in Söchau freute man sich mit den Weitgereisten. „Die waren froh, dass alles gut geklappt hat und nichts passiert ist“, weiß die 72-jährige Rosa Siegl.
Finanziert wurde der Ausflug übrigens vom Sozialzentrum selbst, das für solche Dinge immer ein gewisses Budget parat hält. „Wir ermöglichen das unserer Bewohnern, und es ist toll, dass wir da Ressourcen haben, trotzdem müssen wir schauen, dass das möglichst günstig ist.“ Auch deshalb sei man nicht in irgendeinem Hotel untergekommen, sondern in einem Haus, das zur Gruppe der SeneCura gehört.
