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Dieser Finkensteiner spendet lieber Zeit statt Geld

Erich Dobernig (59) engagiert sich ehrenamtlich bei der Pflegenahversorgung in Finkenstein. Er besucht ältere Menschen, erledigt Einkäufe und spürt dabei die Dankbarkeit für seine Zeit.

Ein Mann und eine Frau sitzen in einem Garten und spielen Karten
© KK/Privat
Erich Dobernig besucht ältere Menschen in der Gemeinde Finkenstein, macht mit ihnen Spaziergänge und übernimmt auch Fahrten zu Ärzten
Klaus Steiner
Regionalbüro Villach

Seit seinem 16. Lebensjahr hilft Erich Dobernig dort, wo Menschen Unterstützung brauchen. Erst bei der Feuerwehr, davon neun Jahre als Kommandant in Faak sowie bei der Wasserrettung. Vor rund eineinhalb Jahren hat er sich entschieden sich in seiner Freizeit in den Dienst der Pflegenahversorgung, auch Community Nursing genannt, zu stellen.

Der gelernte Tischler arbeitet im Altstoffsammelzentrum des Finkensteiner Bauhofs, ist verheiratet und Vater einer Tochter. Seit eineinhalb Jahren stellt er fast jeden Freitagvormittag drei bis vier Stunden seiner Freizeit zur Verfügung. Er fährt beispielsweise eine gehbeeinträchtigte Frau aus Ledenitzen zur Tagesstätte nach Finkenstein, erledigt Einkäufe oder übernimmt Fahrten zu Ärzten. „Statt Geld zu spenden, spende ich lieber Zeit. Da sieht man, wofür man es macht und man bekommt wirklich sehr viel zurück“, sagt Dobernig.

Der Vater einer Tochter würde sich mehr Männer wünschen, die sich ehrenamtlich bei der Pflegenahversorgung engagieren
© KK/Privat
Der Vater einer Tochter würde sich mehr Männer wünschen, die sich ehrenamtlich bei der Pflegenahversorgung engagieren

Es gibt brutal viel Einsamkeit bei älteren Menschen

— Erich Dobernig

Besonders wichtig sind ihm die Besuchsdienste als Unterstützung für die Pflegenahversorgerinnen. Meist besucht er Männer, die sich unterhalten wollen. Dabei trifft er auf viele einsame Menschen. „Manchmal reicht schon ein Gespräch, um den Alltag eines Menschen heller zu machen.“

Regelmäßige Schulungen bereiten ihn auf rechtliche Fragen, den Umgang mit wenig mobilen Menschen und das Thema Einsamkeit vor. Fünf Freiwillige sind in Finkenstein im Einsatz. Er würde sich über weitere männliche Helfer freuen.

Community Nurses – Pflegenahversorgung

Die Pflegenahversorgung – auch Community Nursing genannt, ist eine kostenlose Anlaufstelle für ältere Menschen und pflegende Angehörige, berät zu Pflege- und Hilfsangeboten, unterstützt bei Anträgen und organisiert passende Dienste. Ehrenamtliche können etwa Besuchs-, Einkaufs- und Begleitdienste übernehmen, gemeinsam spazieren gehen, Karten spielen oder bei Arzt- und Behördenwegen helfen, Pflegetätigkeiten gehören jedoch nicht dazu.

Er engagiert sich auch bei den Special Olympics

Wie viel freiwillige Hilfe bewirken kann, erlebte er 2020 auch als Fahrer bei den Special Olympics in Villach. Heuer war er bei den Spielen in Wien erneut für Personen- und Warentransporte zuständig. „Man bekommt so viel zurück, ein Lächeln, Dankbarkeit und das Gefühl, gebraucht zu werden.“

Sein Motto lautet: Mit Hilfe ist alles zu bewältigen. Dobernig lebt diesen Satz mit einem offenen Ohr für jene, die sonst oft niemanden zum Reden haben.

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