Niemals das Getränk unbeaufsichtigt stehen lassen, keine offenen Getränke von Fremden annehmen: Die Angst vor K.O.-Tropfen ist gerade bei Mädchen und Frauen im Nachtleben nicht unbegründet. Im Bezirk Murau gehen aktuell Gerüchte um, dass es bei Veranstaltungen in den letzten Wochen zu einer Häufung von Vorfällen mit K.O.-Tropfen gekommen sein soll. Konkret genannt werden dabei ein dreitägiges Zeltfest in Oberwölz, ein Landjugend-Fest in Kulm am Zirbitz sowie ein Feuerwehrfest in Neumarkt.
Die Mutter einer Jugendlichen beschreibt es gegenüber der Kleinen Zeitung so: „Die Mädchen haben wirklich Angst, man hört von mehreren Vorfällen, bei denen Mädchen etwas ins Getränk gemischt wurde. Zu Übergriffen ist es nicht gekommen, aber die Intention jener, die so etwas tun, ist wohl eindeutig.“ Auch in sozialen Medien sind Warnungen zu lesen: „Mädels, passt‘s auf euch auf!“
Bewusstlos auf Toilette
Was ist dran an den Gerüchten? Laut Polizei wird aktuell ein konkreter Fall aus dem Bezirk Murau untersucht. Bei dem Dreitagesfest in Oberwölz wurde ein erst 15-jähriges Mädchen auf der Toilette bewusstlos aufgefunden. Nach der Erstversorgung durch Rotes Kreuz und Notarzt wurde die Jugendliche ins Krankenhaus nach Leoben überstellt. „Das Mädchen wies eine starke Alkoholisierung auf, ob K.O.-Tropfen eine Rolle für ihren Zustand gespielt hat, kann derzeit weder bestätigt noch dementiert werden“, sagt Sabri Yorgun, Pressesprecher der steirischen Polizei. Ein toxikologischer Befund wurde angefordert. Dieser wird derzeit abgewartet, entsprechende Erhebungen sind im Gange. Ermittelt wird auch, wie ein erst 15-jähriges Mädchen am Fest zu Alkohol kommen konnte.
Bei den anderen Festen sind der Polizei keine Vorfälle in Zusammenhang mit K.O.-Tropfen bekannt: „Aus polizeilicher Sicht kann keinesfalls von einer Häufung oder übermäßigem Auftreten von derartigen Fällen gesprochen werden.“
„Meldet es der Polizei“
Dass gar keine Anzeige erstattet wurde, bestätigt die Mutter einer anderen Jugendlichen im Gespräch. „Das Thema ist momentan sehr präsent in der Region. Die Mädels erzählen von mehreren Vorfällen, wo Mädchen aus dem Nichts bewusstlos geworden sind und die Rettung kommen musste. Natürlich war auch Alkohol im Spiel, aber nie in solchen Mengen, dass es die Symptome rechtfertigen würde. Trotzdem haben die Eltern offenbar gezögert, Anzeige zu erstatten.“ Mit dem Gang an die Öffentlichkeit wollen die Mütter sensibilisieren: „Und ermutigen, jeden Verdacht der Polizei zu melden.“