Ermittlungserfolg für die Kärntner Polizei: Nur knapp vier Tage nachdem Jugendliche außen an einem ICE-Zug mitgefahren sind, konnte ein Täter ausgeforscht werden. Bei ihm handelt es sich um einen 19-Jährigen, der in Wien wohnt. Der Mann hat am Dienstag auch bereits Besuch von Polizisten aus Kärnten bekommen und wurde von ihnen zu der Aktion befragt. Gegen den Mann und seine namentlich noch nicht bekannten Mittäter wird vorerst wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit ermittelt.

Wie berichtet, sind am Samstag drei Unbekannte auf den vom Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See nach einem Stopp anfahrenden ICE 117 gesprungen. Während der Fahrt – Züge sind in diesem Streckenabschnitt der Koralmbahn mit bis zu 200 km/h unterwegs – versteckten sie sich in den Nischen an der Außenseite des Zuges. Wartende Fahrgäste, die den Vorfall mitbekommen haben, alarmierten die Polizei und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Vor Übergabe an Polizei geflüchtet

Der ICE musste etwa bei der Hälfte des rund 32,9 Kilometer langen Koralmtunnels einen Notstopp einlegen. Der Tunnel wurde ebenso wie die Strecke zwischen Klagenfurt und Graz in beide Richtungen gesperrt. Zwei der sogenannten Train-Surfer wurden von ÖBB-Mitarbeitern gefasst und mit einem Rettungszug aus dem Tunnel gefahren. Doch bevor sie in St. Paul an die Polizei übergeben werden konnten, gelang den Jugendlichen die Flucht.

Einer der Train-Surfer versteckt sich auf dem Dach des ICE-Zuges, der im Koralmtunnel einen Notstopp einlegen musste
Einer der Train-Surfer versteckt sich auf dem Dach des ICE-Zuges, der im Koralmtunnel einen Notstopp einlegen musste © Screenshot

Der dritte Täter blieb verschwunden. Aus gutem Grund, wie Videos zeigen, die die Train-Surfer selbst aufgenommen und auf digitalen Plattformen hochgeladen haben. Eines zeigt einen Jugendlichen, wie er sich im Koralmtunnel auf dem Dach des gestoppten ICE-Zuges versteckt.

Und dieser Jugendliche hat seine Wahnsinnsfahrt offenbar fortgesetzt und ist, nachdem der ICE nach rund drei Stunden wieder gestartet ist, mit dem Zug wohl bis nach Graz gefahren. Darauf deuten die letzten Sekunden eines Videos hin. Ob es sich bei ihm um den jetzt ausgeforschten Täter handelt, ist noch nicht klar. Vieles deutet aber darauf hin.

Schadensersatzklagen

Den Train-Surfer drohen nicht nur strafrechtliche Konsequenzen, für sie könnte es auch richtig teuer werden. Die „ÖBB behalten sich weitere rechtliche Schritte vor“, heißt es in einer Stellungnahme. Das heißt, Schadenersatzforderungen, etwa für die Zugausfälle als Folge der mehr als dreistündigen Streckensperre, an die Täter sind möglich. Auch die Weitergabe jener Kosten, die die ÖBB ihren Fahrgästen ersetzen muss.