Freier Seezugang für private Wohnungsbesitzer in bester Lage am Ufer des Millstätter Sees lockt gerade Interessenten aus Wien und ganz Deutschland nach Seeboden.
Immobilienmaklerin Katharina Ertl redet lieber über die Vorzüge der elf Luxuswohnungen der geplanten Anlage „Amavi am See“ mit Seestrand als über die Eigentümer. Die Penthouse-Wohnung im Dachgeschoss hat auf dem Balkon einen Infinity-Pool und einen Whirlpool. Kaufpreis: 5,2 Millionen Euro.
Wer steht hinter dem Projekt?
Wie die Kronen Zeitung zuerst berichtete, stünden „Geheim-Investoren“ hinter der Luxusanlage. Tatsächlich waren Bürgermeister Thomas Schäfauer (SPÖ) keine Namen zu entlocken. Auf der Amavi-Homepage wird im Impressum aber die CF Seeimmobilien GmbH mit Sitz in Seeboden mit den Geschäftsführerinnen Elisabeth Ibler und Elena Buzdea angeführt.
Als 50-Prozent-Gesellschafter steht Florin Diaconu im Firmenbuch. Der Unternehmer aus Rumänien begann als Gastronom in Bukarest und stieg dann in die Immobilienbranche ein.
Maklerin Ertl bestätigt lediglich, dass es sich bei der CF Seeimmobilien um den Projektentwickler handelt. Die Liegenschaft wurde bereits 2017 aus einer Insolvenzmasse herausgekauft. Zuvor ging die Rauter Group pleite, bevor Bauträger Michael „Mike“ Rauter auch Privatkonkurs anmelden musste.
Verpflichtende Hauptwohnsitze
Bereits damals war geplant, auf dem Grundstück am Seespitz zwischen Tennishalle und Klingerpark ein Wohnprojekt umzusetzen. Laut Bürgermeister Schäfauer ist eine Hauptwohnsitz-Meldung Pflicht, Zweitwohnsitze dürfen dort nicht entstehen.
Die „günstigste“ Wohnung mit 65 Quadratmetern kostet circa eine Million Euro. Das Bauverfahren würde wie andere gemäß den rechtlichen Vorgaben abgearbeitet, sagt Schäfauer, der zwar den Bund in der Wohnsitzregulierung gefordert sieht, sich zu dem Projekt inhaltlich aber nicht äußern will.
Laut Ertl wurden bislang zwei Wohnungen verkauft. Der Baubeginn auf dem 4500 Quadratmeter großen Grundstück sei für September angesetzt. Die Eigentümer würden keine Auskünfte über die Investitionssumme geben, aber auf eine aufrechte Finanzierung verweisen. Wiener und deutschen Interessenten würden Steg und Bootshaus getrennt mit der Wohnung mitangeboten.