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Diese Leibnitzerin restaurierte Orientteppiche auf Schloss Kornberg

Marianne Bäck hat 45 Jahre lang auf Schloss Kornberg für die Familie Rohani tausende, meist hochwertige Teppiche restauriert. Mit 1. August geht sie in Pension.

Die gebürtige Leibnitzerin Marianne Bäck restaurierte 45 Jahre lang hochwertige Teppiche auf Schloss Kornberg
© KLZ / Ramona Lenz
Die gebürtige Leibnitzerin Marianne Bäck restaurierte 45 Jahre lang hochwertige Teppiche auf Schloss Kornberg
Ramona Lenz
Redakteurin Regionalredaktion Feldbach

Vor Marianne Bäck liegt ein bunt gestreifter, handgeknüpfter Teppich auf dem Arbeitstisch. Mit konzentriertem Blick mustert sie den orientalischen Bodenläufer: „Bei diesem Teppich müssen nur die Fransen erneuert werden. Sie gehen meistens beim Saugen oder wenn man ihn oft begeht kaputt“, erklärt die Leibnitzerin, während sie die Fransen routiniert abnäht.

Seit 45 Jahren bringt Bäck für den Familienbetrieb Rohani auf Schloss Kornberg beschädigte Teppiche – egal, ob handgeknüpft, gewebt oder maschinell gefertigt – wieder zum Strahlen. Am 1. August schiebt Bäck Nadel und Faden, zumindest im beruflichen Sinne, zur Seite: Die 61-Jährige geht in ihren wohlverdienten Ruhestand.

Vom Verkauf zur Restaurierung

Ihrem Abschied sieht sie jedoch gefasst entgegen: „Ich arbeite seit Jänner nur noch einen Tag in der Woche, deshalb fühlt es sich für mich nicht so abrupt an. Und im Zeitalter von WhatsApp werde ich mit meinen Kollegen auch weiter in Kontakt bleiben.“

Bäck war im Unternehmen nicht schon immer als Teppichrestauratorin tätig. „Als ich 1981 mit 15 Jahren in den Betrieb gekommen bin, habe ich eine kaufmännische Lehre gemacht und eine Zeit lang Teppiche in den Geschäften in Graz und Kornberg verkauft“, erzählt Bäck.

Mit den Jahren ergab es sich, dass sie auch mithalf, die Teppiche zu reparieren. „Ich habe mir viel von meinem damaligen persischen Kollegen abgeschaut. Immer wenn im Verkauf weniger los war, habe ich ihn unterstützt“, erinnert sich die Lebringerin. Als Erstes brachte er ihr bei, Fransen zu erneuern. „Ich kann gar nicht sagen, wie viele Kilometer Fransen ich bis heute aufgemacht, begradigt und abgenäht habe“, erzählt sie schmunzelnd. Wie viele Teppiche sie in ihrer Laufbahn als Restauratorin geflickt hat, kann sie ebenfalls nur schätzen: „Ein paar Tausend waren es bestimmt.“

Perfektion bis zur letzten Franse

Viele der Teppiche, die bei Bäck auf dem Arbeitstisch landen, sind Familienerbstücke. Im Durchschnitt schafft sie zwei Teppiche pro Tag. Wie groß und wie stark beschädigt der Teppich ist, spielt dabei eine Rolle: „An einem großen Teppich, bei dem viel zu tun ist, ist es schon einmal vorgekommen, dass ich eine Woche daran gesessen bin. Einen kleinen, bei dem nur die Fransen gemacht werden müssen, habe ich in zwei Stunden fertig.“

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In Marianne Bäcks Arbeitszimmer auf Schloss Kornberg stapeln sich die gereinigten Teppiche und warten darauf, repariert zu werden
In Marianne Bäcks Arbeitszimmer auf Schloss Kornberg stapeln sich die gereinigten Teppiche und warten darauf, repariert zu werden © KLZ / Ramona Lenz

Oft stecke in einer Reparatur weit mehr Arbeit, als Kundinnen und Kunden auf den ersten Blick erkennen würden, sagt Bäck. Denn: Die Fransen werden nicht nur abgenäht, sondern auch gebügelt. Überstehende Fäden am Teppich werden gekürzt und das Garn wird sorgfältig an die Farbtöne im Teppich angepasst. „Ein Teppich, den wir aufbereiten, ist zu 100 Prozent in Ordnung“, beschreibt sie ihren Qualitätsanspruch. Nicht selten investiere sie dafür auch zusätzliche Arbeitszeit, ohne diese den Kunden zu verrechnen.

Seit 1981 arbeitete Marianne Bäck als Teppichverkäuferin und später als Restauratorin auf Schloss Kornberg
© KLZ / Ramona Lenz
Seit 1981 arbeitete Marianne Bäck als Teppichverkäuferin und später als Restauratorin auf Schloss Kornberg

Weniger Teppiche in den Wohnzimmern

An der Reparatur der Teppiche selbst habe sich in den vergangenen viereinhalb Jahrzehnten nichts verändert. Beim Aufbereiten des textilen Dekorationsstücks seien nach wie vor Geduld, Genauigkeit und handwerkliches Geschick gefragt: „Wer einen Knopf annähen kann, kann auch lernen, einen Teppich zu reparieren“, betont Bäck. Doch kaum jemand wolle sich heute noch diesem seltenen Kunsthandwerk annehmen.

Generell habe sie in den vergangen Jahren gemerkt, dass der Stellenwert des Teppichs im Alltag abgenommen hat – insbesondere die jüngere Generation hätte oft keinen Bezug mehr dazu: „Die goldenen Zeiten für Teppiche waren die 80er Jahre. Heute zeigen die Wohnmagazine nur noch schlichte Einrichtungen. Außerdem muss man einen Teppich pflegen. Die Arbeit tun sich heute nicht mehr viele an.“

Mehr Zeit im Garten

Künftig werden nicht Teppichfransen, sondern Gemüse- und Blumenbeete Bäcks volle Aufmerksamkeit bekommen. „Ich liebe es zu garteln und kümmere mich auch um den großen Garten meiner 86-jährigen Mutter. Langweilig wird mir also sicher nicht.“

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