Als Cousine von Erwin Soravia hat sich Jasmin Soravia (54) in Führungsverantwortung im Immobilienkonzern einen Namen im Raum Niederösterreich und Wien gemacht. Die ehemalige Chefin der „SoReal“ ist stolz auf ihre Zeit in der Projektentwicklung für die Soravia-Gruppe: „Ich habe Bilanzen im dreistelligen Millionenbereich gelesen, wie andere ihre Zeitung.“
Und doch hatte ihr Geschäftssinn einen blinden Fleck – und zwar im privaten Bereich. „Ich habe erst mit 50 Jahren wirklich realisiert, was der Zinseszinseffekt für einen persönlich bedeutet“, räumt Soravia ein. Für den eigenen Vermögensaufbau zur finanziellen Absicherung könne man nicht früh genug anfangen, systematisch anzusparen.
„Viele geben ihre eigenen Finanzen aus der Hand“
„Viel zu viele geben ihre eigenen Finanzen aus der Hand, lassen andere entscheiden oder bleiben passiv. Studien zeigen, dass Frauen sich zwar auskennen, aber trotz der Pensionslücke zu wenig in den Kapitalmarkt investieren. Dabei wird die private Vorsorge für die Altersabsicherung immer wichtiger“, schildert die Unternehmerin, die in den vergangenen fünf Jahren die geschäftsführende Gesellschafterin der Kollitsch & Soravia Immobilien GmbH war.
Im Sommer 2025 beendete sie die Zusammenarbeit mit dem Klagenfurter Baumeister Günther Kollitsch, in der hochwertige Wohnprojekte im Wiener Raum entwickelt wurden. Rückblickend machten Soravia lange Verfahrensdauern zu schaffen: „Wenn man monatelang auf einen Bescheid wartet, obwohl es gar keine Einsprüche gegeben hat, wird das ganze Projekt und damit Kaufpreis bzw. Mietkosten teurer.“
Umtriebige Berufskarriere
Damit die privaten Finanzen einen später nicht teuer zu stehen kommen, ist Soravia über ihre Beteiligungsgesellschaft in die Unternehmensberatung eingestiegen: „Mir ist es persönlich ein Anliegen, Finanzbildung weiterzugeben.“ Abseits von Firmen würde ihre Erfahrung auch etablierte Frauen ansprechen.
Zuvor war die 54-Jährige auch als Seed-Investorin tätig, wobei sie jetzt den weiteren Weg der Start-ups begleite, ohne in neue Projekte einzusteigen. Seit drei Jahren ist sie auch Aufsichtsratsmitglied des Versicherungsvermittlers GrECo.
Privat verbringt Soravia gerne viel Zeit im Wohnsitz in Spittal an der Drau, wo sie erst aufwuchs, bevor sie das BWL-Studium nach Graz zog und berufliche Stationen unter anderem bei Ernst & Young, Strabag und Conwert in Wien folgten. Ein dreijähriges „Gastspiel“ in Finnland gab es als Aufsichtsrätin beim Gebäudetechnik-Konzern Caverion.
Aufgrund ihrer Immobilienvergangenheit rät Soravia aber nicht unbedingt zu Anlagewohnungen: Sie sind eine von mehreren Anlageklassen, die immer zur jeweiligen Person passen müssen. Neben Ertragschancen und Risiko haben ETFs, Wertpapiere oder auch Edelmetalle alle ihre Vor- und Nachteile“, so die Beraterin, die sich unter der Wortmarke „Rendita“ dem Thema Vermögensvorsorge bzw. finanzielle Selbstbestimmung für Frauen widmet.