Vater-Sohn-Duo: „Was der Papa mit den Edlseern erreicht hat, ist ein Wahnsinn“
Fritz Kristoferitsch ist Frontmann der beliebten Volksmusikgruppe „Die Edlseer“. Auch Sohn Nico hat einen musikalischen Weg eingeschlagen und tourt von Bühne zu Bühne mit. Wo der Vater sich schon mal irrte und wie sich die Branche verändert hat.
Birkfeld ist die Heimat der Edlseer. Mit der Musikgruppe ist auch der Name „Kristoferitsch“ unmissverständlich verbunden. Herr Kristoferitsch, wollten Sie schon immer Musiker werden?
Fritz Kristoferitsch: Als Bub hab ich davon geträumt, was ich heute tue. Wir haben ein großes Gasthaus gehabt, den Birkfelderhof. Die Stammtischkultur war riesig, Internet gab es nicht. Ich hatte das Glück meinen Großvater kennenzulernen. Er war ein super Musikant und die Musik hat in unserem Haus eine riesige Rolle gespielt. So bin ich sehr früh dazu gekommen.
Und Wirt werden?
Fritz: War am Radar, aber die Musik ist dazwischen gekommen. Sie hat uns viele Türen geöffnet, aber in unserer Kindheit hat es nur ein Motto gegeben: Musi machen. Ich kenne keine Disco. Wenn meine Schulfreunde unterwegs waren, haben wir gespielt. Der Preis ist hoch, aber ich bereue keine Sekunde.
Sie sind der Sohn vom „Edlseer Fritz“. Wie ist es ihn als Papa zu haben?
Nico Kristoferitsch: Bei gewissen Situationen sehr schön, bei anderen Dingen, wie zum Beispiel als Kind, wenn man mit der Familie wo ist, in den Flieger steigt und den Papa kennen alle Leute, nicht so lustig. Man hat ja genau dort die Zeit mit ihm. Aber der Papa und ich haben uns trotzdem oft gesehen. Ich glaube ich war fünf Jahre alt, als ich zum ersten Mal im Tourbus drinnen gesessen bin. Ich hab mit dem Manfred, der mein Firmpate ist, dem Andreas und damals mit dem Luigi eine super Verbindung gehabt. Ich will die Zeit nicht missen.
Unsere Einstellung ist: Wir sind so, wie wir sind. In der Hoffnung, dass es den Leuten gefällt.
— Fritz Kristoferitsch
Es war also klar, dass auch Sie zur Musik finden werden. Wie war der Start und wie läuft es gerade bei Ihnen?
Nico: Es war nach meiner Zimmerer-Lehre schnell klar, dass ich was mit der Musi machen will. Dann hat sich der Marcel-Hirscher-Song ergeben. Das Demo hab ich dem Papa vorgespielt. Er hat gesagt: Das Lied brauchst nicht aufnehmen. Dann hab ich alles selbst gemacht. Der Papa hat nur gewusst, dass es ein Lied gibt, weil er die Rechnung vom Studio bekommen hat (lacht).
Heute hat das Lied mehr als 500.000 Aufrufe auf YouTube.
Nico: Es gab kurz nach Veröffentlichung einen Beitrag auf Café Puls. Das Lied ist über Nacht viral gegangen. Dann war ich bei Guten Morgen Österreich in Kärnten dabei. Der Papa hat mich direkt von der Arbeit abgeholt und wir sind nach Kärnten gefahren. Das war so lustig, weil es einmal nicht um den Papa gegangen ist. Der Papa war als Papa dabei.
Ist der Name „Kristoferitsch“ Fluch oder Segen?
Nico: Ein Segen. Was der Papa mit den Edelseern erreicht hat, ist ein Wahnsinn. So ehrlich bin ich, es ist ein Vorteil, wenn der Papa Fritz Kristoferitsch heißt.
So ehrlich bin ich, es ist ein Vorteil, wenn der Papa Fritz Kristoferitsch heißt.
— Sohn Nico
Wie war es für Sie als Vater, als auch Ihr Sohn einen musikalischen Weg eingeschlagen hat?
Fritz: Der Gedanke war immer: Macht er es, ist es gut, macht er es nicht, ist es auch gut. Gezwungen wurde niemand. Man hat eine Freude, wenn das musikalische Blut auch die Kinder weitergegeben wird.
Eure Musik ist von „Heimat“ geprägt. Was macht für Sie Zuhause aus?
Nico: Das Bodenständige. Dass man im Dorf jeden kennt, wenn man vor die Tür geht. Das Jagern und in der Natur sein. Es ist schon cool, um vier Uhr morgens am Hochsitz zu sitzen, den Tieren zuzuschauen und alles ist ruhig.
Und für Sie? Was ist das Schöne an der Heimat?
Fritz: Die Bodenständigkeit und die Geradlinigkeit. Die Leute mögen das Echte.
Großes Geburtstagsfest
Fritz Kristoferitsch wird 50 Jahre alt. Anlässlich dazu findet das große Thermenfestival (von 4. bis 6. September 2026) in Bad Waltersdorf statt. Teil davon ist eine große Verlosung, man kann etwa eine Harley gewinnen. Es gibt neue Musik und auch die Kastelruther Spatzen und die Stoakogler treten auf.
Ein Einblick ins Programm:
Freitag, 4. September 2026, Harley trifft Puch
Clubs und Vereine versammeln sich mit ihren hunderten Harleys und Puch-Mopeds zu einer großen Charity-Tour. Sie werden sich in Birkfeld treffen und gemeinsam nach Bad Waltersdorf zum Festzelt fahren.
Samstag, 5. September 2026, 50er-Feier
Die Edlseer stehen gemeinsam mit den Kastelruther Spatzen auf der Bühne.
Sonntag, 6. September 2026, Fanwandertag
9 Uhr Messe in der Pfarrkirche Bad Waltersdorf mit Festumzug, 10 Uhr Treffpunkt am Festgelände, 11 Uhr Start Wandertag durch Hügellandschaft, 13.30 Uhr Konzert Edlseer und Semino Rossi.
Tickets gibt es im Edlseer-Fanshop, bei Hoamat-Tracht in Birkfeld oder im Tourismusbüro in Bad Waltersdorf. Weitere Infos finden Sie hier.
Früher musste man in möglichst vielen Shows spielen, um bekannt zu werden. Heute gibt es Social Media. Wie sehr hat sich die Branche verändert?
Nico: Mit Instagram, TikTok und Videos machen kenn ich mich nicht gut aus. Ich bin noch der alte Fuchs, der im Querformat Fotos macht (lacht). Früher hat dich keiner gefilmt, wenn du mal bis drei oder vier Uhr in der Früh unterwegs warst.
Fritz: Es hat alles eine Zeit. Wir sind die Generation, da ist gerade der Walk-Man rausgekommen und im Fernsehen gab es zwei Programme: ORF1 und ORF2. Alles spielte sich in TV und Radio ab. Wir hatten mal ein Jahr, da haben wir 52 TV-Shows gemacht. 52! Jede Woche waren wir irgendwo. Heute gibt es nicht mal mehr eine Hand voll.
Wie hält man da mit?
Fritz: Jung-Interpreten haben es nicht leicht. Wenn du heute auf der Bühne stehst, eine coole Lichtershow mit Effekten hast, hat das der normale Jugendliche schon mit zwei Jahren auf TikTok gesehen. Dazu kommt, dass die Leute früher anders fortgegangen sind. Um 20 Uhr war das Zelt voll. Heute hoffst du um 22 Uhr, dass Leute kommen. Aber es hat alles seine Zeit. Heute kannst du mit einem Video über Nacht durch die Decke gehen. Doch einmal ist der Hype dort und alles läuft nach links, zwei Jahre später läuft alles nach rechts. Unsere Einstellung ist: Wir sind so, wie wir sind. In der Hoffnung, dass es den Leuten gefällt.
Zum Abschluss: Es ist ein schöner Sommertag, Vater und Sohn haben keine Termine. Wie verbringt ihr den Tag zusammen?
Nico: Wir würden früh aufstehen und den Sonnenaufgang am Hochlantsch anschauen, den Steinböcken zuschauen. Wieder unten, würd ich die Sauna einheizen und am Abend schauen wir uns ein gutes Fußballspiel an. Dazu trinken wir ... ein Murelli (lacht).
Fritz: Ja super, außer der Abschluss ist falsch. Wenn wir dann am Abend wo zusammensitzen, wird uns die Mama, meine Frau, holen müssen.
Zu den Personen
Fritz Kristoferitsch ist 49 Jahre alt und der Frontmann der bekannten Gruppe „Die Edlseer“. Er wuchs in Birkfeld auf und erlernte den Beruf des Tischlers, ehe die Musik dazwischen kam. Mittlerweile steht er mit seinen Bandkollegen Manfred und Andreas seit Jahrzehnten auf der Bühne und begeistert die Edlseer-Fans über Ländergrenzen hinweg. Er wohnt in Birkfeld, ist verheiratet und hat drei Söhne.
Nico Krisoferitsch ist 23 Jahre alt, besuchte die Polytechnische Schule und erlernte den Beruf des Zimmeres. Er stand mit fünf Jahren zum ersten Mal auf der Bühne und mit zehn Jahren gemeinsam mit seinem Vater für eine ORF-Produktion das Lief „Vota“ vor der Kamera. Seit sechs Jahren ist er Teil des Edlseer-Teams. Er hilft bei Aufbau und Fan-Shop mit. 2019 veröffentlichte er sein erstes Lied: Den „Marcel-Hirscher-Song“, den er gemeinsam mit Stefan Poier schrieb. Er lud Video und Song auf YouTube hoch. Nach nur zwei Tagen hatte er fast 20.000 Aufrufe, heute sind es mehr als 557.000. Er wohnt in Birkfeld.


