Der Begriff Resilienz begegnet uns beinahe inflationär. Die schnelle Anpassung von Unternehmen insbesondere in technischen Belangen – Stichwort: kritische Infrastruktur – findet aber noch recht wenig Beachtung. „Früher war Resilienz eine Option, jetzt ist sie absolute Notwendigkeit“, weiß Claudia Prüggler, die Geschäftsführerin der Lakeside Labs in Klagenfurt.

Die Ernennung der vor 18 Jahren gegründeten Einrichtung durch den Bund zu einem auf vier Jahre geförderten COMET-Forschungszentrum ist der Ritterschlag. Das Budget beträgt fast 23 Millionen Euro. „Wir sind erwachsen und haben unsere Reifeprüfung abgelegt“, meint Prüggler schmunzelnd. Gestartet wird am 1. Jänner 2027 mit 16 neuen Projekten mit Resilienzfokus und namhaften Industriepartnern. Während andere Kompetenzzentren Schwierigkeiten hätten, in der Industrie fündig zu werden, führt Prüggler Wartelisten interessierter Unternehmen. „Schon bei der Einreichung waren wir mit 105 Prozent überzeichnet, jetzt sind es 162 Prozent.“ Damit werde hohe Anwendungsorientierung sichergestellt.

„Wir wachsen auf das Doppelte“

Derzeit werden 20 Mitarbeiter beschäftigt – davon 18 Forscher. „Wir werden auf das Doppelte wachsen“, lautet die Marschroute von Prüggler. Dazu kommen neue Stellen an der Universität, insgesamt entstehen mit dem neuen ARC-Zentrum (Autonomic Resilience in Dynamic Networked Systems) 30 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Die Lakeside Labs werden dafür neu strukturiert, sagt Prüggler, und verbreitern sich im Lakeside Park räumlich: „Das Wachstum soll nach außen hin sichtbar werden.“

Prüggler selbst ist seit der Stunde null an Bord. Zuerst in einer Doppelgeschäftsführung mit Professor Christian Betstetter, seit 2023 ist sie alleinige Geschäftsführerin. „Mein Herzblut liegt in den Lakeside Labs“, sagt Prüggler, die in Klagenfurt und Florida Wirtschaft studierte und später für Siemens in München arbeitete. Ihre Eltern führten ein Hotel am Südufer des Wörthersees.

Ihre Lehren aus dem über Jahre mit Akribie verfolgten Ziel, ein COMET-Zentrum zu werden? „Große Dinge schaffen wir nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Wir brauchen uns hier in Kärnten nicht zu verstecken.“