Mit der Hitze ist es vorerst vorbei. Seit Mittwochnachmittag zogen Gewitter über das Land. Am Höhepunkt waren rund 500 Haushalte in Kärnten ohne Strom, die Feuerwehren mussten zu knapp 70 Einsätzen ausrücken.

Die Freiwillige Feuerwehr Wieting wurde zu mehreren Einsätzen gerufen. Keller standen unter Wasser, Bäume waren auf die Straßen gefallen und es kam zu einer kleineren Vermurung.

Auch in Hörzendorf und Viktring mussten umgefallene Bäume, die Fahrbahnen blockierten, von den Einsatzkräften beseitigt werden.

Im Bezirk Völkermarkt fiel ein Baum auf die Südautobahn (A2). Die Freiwilligen Feuerwehren Völkermarkt und Griffen rückten aus.

Viel Wasser auf den Straßen

Im Großraum Klagenfurt kam es im Bereich der Nordunfahrung zu Staus, die allerdings nichts mit dem Wetter zu tun hatten – obwohl in diesem Bereich nach den starken Regenfällen extrem viel Wasser auf der Fahrbahn stand und Vorsicht geboten war. Auslöser für den Stau war ein technischer Defekt im Falkenbergtunnel, der daraufhin gesperrt werden musste, wie die Antenne Kärnten berichtete.

Im Bezirk Spittal mussten aufgrund der Unwetter mehrere Feuerwehren ausrücken, wie die Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ) berichtete. Dort forderte zusätzlich ein Waldbrand, der ebenfalls am Mittwoch ausgebrochen war, die Einsatzkräfte. Zumindest am Millstätter See sollen schon im Vorfeld alle Bootsfahrer, Schwimmer und SUP-Fahrer das Wasser verlassen haben. Erst am Dienstag kam es beim Unwetter dort zu gefährlichen Situationen.

Stromausfälle

Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch kam es in Folge der Unwetter zu Stromausfällen quer durch ganz Kärnten. Gegen 19 Uhr waren am Mittwoch laut Robert Schmaranz, Leiter der Netzführung bei der Kärnten Netz der Kelag, rund 500 Haushalte ohne Strom. Der Großteil konnte aber in den Abendstunden wieder versorgt werden.

Mit Stand 20.30 Uhr zählte die LAWZ rund 70 Unwettereinsätze der Kärntner Feuerwehren: „Zwar mit einem Schwerpunkt in Oberkärnten, im Endeffekt zog sich die Linie aber über ganz Kärnten bis Wolfsberg. Mittlerweile sind es aber nur noch Aufräumarbeiten und Einsätze wegen umgestürzter Bäume, die die Einsatzkräfte beschäftigen.“

Hitzerekorde im Juni

157 von 277 Wetterstationen der Geosphere in Österreich haben im Juni einen Rekordwert für diesen Monat angezeigt. Keine davon stand in Kärnten. Im Süden hat sich die Hitzewelle über ihre Dauer definiert. „So früh im Jahr war das schon ungewöhnlich. Wir hatten aber im Vorjahr beinahe die idente Situation“, sagt Geosphere-Meteorologe Andreas Mansberger. Mit Stand Mittwoch, 1. Juli, waren es zum Beispiel in Klagenfurt und Ferlach 14 Tage in Folge mit Temperaturen über 30 Grad.

Vorsicht geboten

Ab Donnerstag werden sich die Temperaturen dann langsam auf Durchschnittswerte einpendeln. 30 Grad sind vereinzelt möglich, aber kein Dauerzustand mehr. Spätestens ab Freitag wird es auch in den Nächten wieder merkbar abkühlen.