„Kaltfront“ und „Abkühlung“ – diese Worte haben die Meteorologen noch vor wenigen Tagen in den Mund genommen. Und dennoch bleiben die Temperaturen diese Woche in Kärnten und Osttirol bei annähernd 30 Grad und mehr. Und über Spanien und Frankreich baut sich in der Zwischenzeit eine Hitzeglocke auf, die nächste Woche 39 Grad bringen soll.

Die erste Tropennacht erlebte Klafenfurt in der Nacht auf Montag: Bei der Messtation Klagenfurt HTL1 wurden 21,7 Grad registriert. Heiß und gewittrig wird es auch in den kommenden Tagen, begleitet von Tageshöchsttemperaturen bis zu 36 Grad im Lavanttal und 19 Grad in 2000 Meter Seehöhe. Und auch die sogenannte „Kaltfront“, die Kärnten am Mittwoch erreicht, wird die Hitzewelle nicht überall unterbrechen. „An der einen oder anderen Wetterstation könnten die Temperaturen auch in der zweiten Wochenhälfte auf knapp über 30 Grad ansteigen – das betrifft primär das Lavanttal“, sagt David Kaufmann vom Wetterdienst Tauernwetter.

Die 14-Tage-Prognose für Klagenfurt
Die 14-Tage-Prognose für Klagenfurt © Tauernwetter

Seine 14-Tage-Prognose für Klagenfurt zeigt, dass auch hier in der zweiten Wochenhälfte 29 Grad und mehr erreicht werden. „Eine Abkühlung auf normales Sommerniveau ist es angesichts der Temperaturen der letzten Tage dennoch“, hält Christoph Matella vom Wetterdienst Ubimet fest. Ab Mittwoch nächster Woche steigt die Quecksilbersäule wieder deutlich über 30 Grad.

Die Hitzeglocke bildet sich über Spanien und Frankreich
Die Hitzeglocke bildet sich über Spanien und Frankreich © Tauernwetter

Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis der heurige Kärntner Hitzerkord – 36,5 Grad gemessen am Samstag in St. Andrä – geknackt wird. Auch der Allzeit-Junirekord (38,3 Grad Feistritz ob Bleiburg am 26. Juni 2025) dürfte fallen. „Über Spanien und Frankreich bildet sich derzeit eine Hitzeglocke, die nächste Woche Deutschland und Österreich erreicht. Es wird noch wärmer, als bei der jetzigen Welle, ab Donnerstag oder Freitag können 38, 39 Grad erreicht werden. Diese Lage ist zwar wahrscheinlich, aber noch nicht restlos gesichert. Ich hoffe, dass sich die Prognosen noch etwas abschwächen“, so Kaufmann.

Matella prognostiziert zum sogenannten „Heat-Dome“ (Hitze-kuppel): „Es wird über das Wochenende rasch heißer, es schaut nach einer Wiederholung der aktuellen Hitzewelle aus. Wie stabil diese neuerliche Hitzewelle wird und wie lange sie andauert, ist noch unsicher.“

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Bei der angekündigten Hitzeglocke handelt es sich um vier Hochdruckgebiete, die sich durch hohe Stabilität auszeichnen. Meteorologen sprechen von einem „Omega-Hoch“, weil sich die Höhenströmung zur Form des griechischen Buchstabens Omega verbiegt. Kaufmann erklärt: „Ein kräftiger Hochdruckrücken wölbt sich weit nach Norden, flankiert von zwei Tiefdruckgebieten an seinen Seiten. Diese Konstellation wirkt wie eine Blockade. Sie bremst die übliche Verlagerung der Tiefdruckgebiete von West nach Ost, und das Hoch bleibt oft eine Woche oder länger an Ort und Stelle. Genau deshalb setzt sich das Wetter über Tage fest, statt rasch zu wechseln.“

Die Seen „kochen“

Das bedeute für nächste Woche trockenes und sehr heißes Wetter mit hoher UV-Belastung sowie steigender Hitze- und Trockenheitsgefahr. Und auch die Temperaturen in den Kärntner Seen werden weiter zulegen: Der Wörthersee kratzt bereits an der 28-Grad-Marke, der Weißensee hat bereits über 25 Grad.