Zahlreiche Blicke richteten sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Süden von Graz in den Himmel. Im Bereich der Magna durchbrach das Rattern von Hubschrauberrotorblättern die nächtliche Stille. Hinter dem nächtlichen Einsatz steckte das Jagdkommando, die Spezialeinsatzkräfte des Bundesheeres. Seit zwei Wochen wird in der ganzen Steiermark mit Dutzenden Kräften für den Ernstfall geübt, wie Christoph Jakob vom Jagdkommando erklärt. In den Nachtstunden wurde der Bereich um die Magna für Szenarien-Training genutzt. „Gemeinden, Behörden und Polizei waren über die Übung informiert“, ergänzt Heeressprecher Dietmar Deutsch.
Aufklärung, Überwachung, der Einsatz gegen gegnerische Gruppierungen und Netzwerke, Evakuierungsoperationen – das Jagdkommando spielt eine wichtige Rolle in der militärischen Landesverteidigung und der Gewährleistung der Sicherheit in Österreich. „Wir übernehmen aber auch Krisenunterstützung außerhalb Österreichs“, wie Jakob erklärt.
Jagdkommando arbeitet mit Luftstreitkräften
Mehrmals im Jahr wird in Großübungen für den Ernstfall geübt, ausgegangen wird von fiktiven Lagen, in die sich die Einsatzkräfte hineinversetzen. „Dabei gehen wir grundsätzlich immer vom ,Worst case‘ aus, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein und alle Bereiche unseres Fähigkeiten-Pools zu trainieren.“ Kleinere Übungen finden ebenfalls in regelmäßigen Abständen statt.
Im Falle dieser Großübung kam es aus diesem Grund zu einer engen Zusammenarbeit mit den Luftstreitkräften, auch eine medizinische Notlage mit zahlreichen Verletzten und dem Einsatz von Ärzten und Notfallsanitätern wurde trainiert. Warum man davon, bis auf den Überflug eines Hubschraubers, so wenig mitbekommt? „Unsere Aufgabe ist es, so gut es geht, verdeckt zu operieren. Wenn die Bevölkerung unsere Übungen und Einsätze also wenig bis gar nicht mitbekommt, ist das in unserem Fall gut“, so Jakob.