Der Streit um den Begriff „Negerbrot“ ist um ein Kapitel reicher: Aktivisten eines selbsternannten Widerstandskollektivs haben in der Nacht auf Freitag die Schaufenster der Konditorei „Zehrer“ am Alten Platz mit pinker Kreidefarbe beschmiert und Plakate angebracht. Gegen 7.15 Uhr ist vor dem Geschäft die Polizei eingetroffen, Spurensicherer haben mit ihrer Arbeit begonnen. Es wird eine mögliche Sachbeschädigung durch unbekannte Täter geprüft.
„Die Aktion richtet sich gegen den Verkauf der unter dem rassistischen N-Wort bekannten Schokolade", teilt das Widerstandskollektiv in einer Aussendung mit. Auf den Plakaten sind Sätze wie „Habt ihr den Schuss nicht gehört?!“ und „Wir müssen nicht erklären, warum das N-Wort rassistisch ist!“ zu lesen. „Die Botschaft ist klar: Rassismus hat keinen Platz in Klagenfurt, weder im Regal noch im Diskurs", heißt es in der Aussendung. Und weiter: „Die Botschaft ist klar: Rassismus hat keinen Platz in Klagenfurt, weder im Regal noch im Diskurs.“
Seit vergangenen Dezember gibt es heftige, teils öffentlich ausgetragene Auseinandersetzungen um den Begriff „Negerbrot“. Die Schokolade mit Nüssen wird unter dieser Bezeichnung in der Konditorei „Zehrer“ hergestellt und dort auch verkauft, ebenso wie im Online-Shop des Geschäftes.
Heftige Kritik an Bezeichnung
Kritiker werfen „Zehrer“-Geschäftsführer Peter Nimmervoll Rassismus und die Verharmlosung eines historisch belasteten und rassistisch konnotierten Begriffs vor. Doch Nimmervoll bleibt dabei: Eine Umbenennung komme für ihn nicht infrage. „Mit Negerbrot-Schokolade bezeichnen wir keine Menschen, sondern eine traditionelle Süßwarenspezialität. Unzählige Zuschriften bestätigen uns in dieser Auffassung", sagt Nimmervoll. Auch der Zuspruch der Kunden, die ins Geschäft kommen, sei ungebrochen.
Streit geht vor Gericht weiter
Zu den heftigsten Kritikern gehört Stadttheaterintendant Aron Stiehl. Er hat Nimmervoll öffentlich und persönlich bei einem Besuch in der Konditorei aufgefordert, die Bezeichnung „Negerbrot“ zu ändern. Und weil es bei dem Aufeinandertreffen der beiden im Geschäft am Alten Platz offenbar auch etwas intensiver zugegangen ist, geht das „Match“ vor Gericht weiter. Stiehl soll, das behauptet Nimmervoll, ihm gedroht haben, seine Loge im Stadttheater zu entziehen.