Das „Aquarium Pula“ veröffentlichte auf Facebook eine seltene Aufnahme eines Hais, der in der Adria vom Aussterben bedroht ist, wie die Meeresbiologen erklären. Das Foto wurde etwa 40 Meter entfernt von der Küste der Halbinsel Verudela in Pula, nahe des „Heiligen Felsens“ (Sveta stijena) von einem Spaziergänger in den Abendstunden aufgenommen. Dieser schickte es den Experten, damit sie bestimmen können, um welchen Meeresbewohner es sich gehandelt haben könnte. Schnell wurde den Meeresbiologen klar, dass auf dem Foto mit hoher Wahrscheinlichkeit die lange Schwanzflosse eines Fuchshais zu sehen ist.
Schwanz als Waffe
„Diese Art kann ausgewachsen eine Länge von bis zu sechs Metern erreichen und etwa 340 Kilogramm schwer werden. Bei dem fotografierten Exemplar ist die Schwanzflosse mit dem hinteren Körperteil etwa drei Meter groß“, schätzen die Meeresbiologen. Der Fuchshai, oder Alopias vulpinus, nutzt diese lange Schwanzflosse als Waffe auf der Jagd nach Beute. Der Hai folgt Schwärmen von kleineren Fischen, etwa Sardinen und Sardellen, die er mit einem gezielten Schlag betäubt und anschließend verspeist. „Und genau dieses Verhalten hat uns auch der Zusender des Fotos geschildert“, erklärt Aquarium Pula.
Rote Liste
Die Meeresbiologen weisen darauf hin, dass man selten Fuchshaie so nahe an der Küste beobachten könne, der Fuchshai halte sich lieber in offenen Gewässern der Adria auf, aber auch dort sei er mittlerweile rar: „Der Fuchshai ist eine streng geschützte Art. Er wird auf der ‚Roten Liste‘ der gefährdeten Tierarten mit hohem Aussterberisiko geführt.“
Dokumentierte Sichtungen in der Adria sind äußerst selten, vor zwei Jahren biss im Golf von Triest in Italien ein Fuchshai bei einem Fischer an, ein Jahr zuvor hatte ein 13-jähriger Angler vor Lignano eine solche Begegnung. „Trotz seiner Größe und seines Gewichts gilt der Fuchshai als äußerst scheuer und für den Menschen ungefährlicher Meeresbewohner“, versichern die Meeresbiologen.