Und wieder einmal kursieren Gerüchte über eine mögliche Schließung des UKH Kalwang, das von der AUVA betrieben wird. Dieses Mal ist es Kalwangs Bürgermeister Mario Angerer, der Alarm schlägt und einen offenen Brief verfasste. In diesem bittet er um die Unterstützung zum Erhalt des Unfallkrankenhauses.
Er wende sich als Bürgermeister „mit großer Sorge, tiefer Betroffenheit und einem sehr eindringlichen Appell“ an die Öffentlichkeit. „Im Raum steht, dass das über die Region hinaus bekannte und für die Obersteiermark unverzichtbare UKH Kalwang kurz vor der Schließung stehen könnte“, schreibt Angerer.
„Kalwang braucht dieses Krankenhaus“
Als Gründe dafür, so führt der Bürgermeister aus, würden „notwendige Einsparungen der AUVA, notwendige Kooperationen und strukturelle Veränderungen im Gesundheitswesen“ genannt. Kalwang brauche dieses Krankenhauss, das seit mehr als 100 Jahren besteht, und bei dem es um mehr gehe als um einen Standort: „Es geht um rasche medizinische Hilfe. Es geht um Arbeitsplätze. Es geht um Sicherheit. Es geht um Vertrauen“, so Angerer.
Er fordert eine schnelle Einberufung eines runden Tisches und „die ernsthafte Prüfung aller Kooperationsmöglichkeiten, bevor unumkehrbare Entscheidungen getroffen werden.“ Eine Schließung könne keine Lösung sein, betont Angerer.
„Keinerlei Überlegungen zur Schließung“
Die AUVA dementiert das auf Anfrage der Kleinen Zeitung: „Es gibt keinerlei Überlegungen zur Schließung unseres Standorts Kalwang, eine der beiden Säulen des UKH Steiermark“, stellt AUVA-Pressechef Christoph Luke klar. Wie Angerer richtig festhalte, würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herausragende Leistungen erbringen: „Alleine 2025 gab es knapp 2400 OPs und fast 9500 ambulante Fälle.“
Der Fokus der AUVA liege auf der „besten Versorgung“ der Patienten sowie auf dem „Ausbau zukunftsfähiger und sinnstiftender Kooperationen mit dem Land Steiermark und der Kages“, so Luke. Beste Beispiele dafür seien die Erstversorgungsambulanz Graz-West und die erst vor Kurzem beschlossene Rettungskooperation in Graz.
„Bedauerlicherweise wurden wir in darüber hinausgehende Strukturüberlegungen bis dato nicht eingebunden, stehen für konstruktive Gespräche allerdings jederzeit zur Verfügung“, meint Luke. Landeshauptmann Mario Kunasek, seine Stellvertreterin Manuela Khom und Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl zeigen sich zumindest überrascht von Angerers Schreiben.
„Das wäre mehr als irritierend“
„Diese Maßnahme wäre – insbesondere nach den erfolgreichen und vertrauensvollen Kooperationen, die wir als Land gemeinsam mit der AUVA in den vergangenen Monaten umsetzen konnten – mehr als irritierend und herber Schlag für die Versorgung der Steirerinnen und Steirer“, so Kunasek, Khom und Kornhäusl in einem Schreiben an den Generaldirektor der AUVA.
Und weiter: „Eine Schließung auch nur anzudenken, ohne das Land Steiermark zu informieren und die Auswirkungen für die Versorgung der Bevölkerung mitzudenken, wäre keine vertrauensbildende Maßnahme.“ Das schüre nur Verunsicherung auf dem Rücken von Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.