Die offizielle Eröffnung der neuen Mittelschule SmartCity steht im Herbst an. Die MS Algersdorf verlässt ihren bisherigen Standort, ist künftig in dem 36 Millionen Euro teuren Neubau in der Waagner-Biro-Straße zu finden und wird zur MS Smart City. Bereits vor Schulschluss rauchen im nagelneuen Schulgebäude die Köpfe. „Für die letzten drei Schulwochen ziehen wir bereits ein“, freut sich Direktorin Sigrid Carbonare-Godina.

Die Mittelschule ist Teil des Schulcampus Smart City im Grazer Westen. Die dazugehörige und benachbarte Volksschule wurde bereits 2019 eröffnet. Hinter der schwarzen Fassade des Gebäudes warten helle Klassenräume auf die zukünftigen Nutzer und Nutzerinnen, Möbel und Stiegengeländer setzen starke farbliche Akzente. Als Herzstück des Schulcampus hat Architektin Alexa Zahn eine zweigeschossige Aula vorgesehen, die die beiden Schultrakte verbindet.

Neue Sportflächen und angeschlossene „Poly“-Klassen

Für jede Schulstufe steht in der Mittelschule ein Cluster aus drei Klassenräumen und einer gemeinsamen Lernzone zur Verfügung, die mit einer Ausstattung vom Stehtisch bis zum Lümmelmöbel und mobilen Smart-Board unterschiedlichste Lern- und Arbeitsformen möglich macht. Freizeiträume, Terrassen, ein großer Turnsaal und Sport- und Grünflächen hinter dem Schulgebäude vergrößern den Bewegungsspielraum für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Mit dem Neubau wurde auch die Voraussetzung für zwei Polytechnikklassen mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Handel, digitale Medien und Elektro geschaffen. Die MS Smart City klinkt sich damit in die neue „Grazer Berufsvorbereitungsschule“ ein, zu der sich fünf Schulstandorte vernetzen. In Sachen Technik setzt man auf Nachhaltigkeit. „Für die Erdwärmesonden wurde 99 Meter in die Tiefe gebohrt“, erklärt Bauleiter Amir Istfanous.

Probesitzen auf ungewöhnlichen Schulmöbeln
Probesitzen auf ungewöhnlichen Schulmöbeln © Foto Fischer

Spatenstich für die Sportmittelschule folgt

Am bisherigen Standort der Schule steht schon kommende Woche ein weiterer Spatenstich an. Der Altbau wird um 35 Millionen Euro um- und ausgebaut. 2028 soll er zur neuen Heimat der Sportmittelschule werden, die jetzt in der Brucknerstraße im Bezirk St. Peter zu finden ist. Dort kann sich dann, als Abschluss der Standort-Rochade, der TU-Campus Inffeldgasse weiter ausdehnen.

Die Finanzierung der neuen Sportmittelschule ist bereits in trockenen Tüchern, sie wurde 2025 im Gemeinderat beschlossen. Dann kommt das Schulausbauprogramm in Graz allerdings ins Stottern. Finanzstadtrat Eber hat im April angekündigt, mehrere Großprojekte aus Spargründen auf Eis zu legen. Davon betroffen ist der Aus- und Umbau von fünf Schulen mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 113 Millionen Euro. Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) erneuert in dem Zusammenhang seine Kritik an den Prioritäten der rot-grün-roten Stadtspitze. „Der geplante – und jetzt abgesagte – Ausbau von drei Mittelschulen ist dringend notwendig. Schon jetzt sind Mittelschulplätze Mangelware, wohin also zukünftig mit den Kindern?“, so Hohensinner. Sein Fazit: „Geld verschwenden, aber bei Kindern kürzen. So kann es nicht weitergehen.“