„Es war kein Schnellschuss, keine Entscheidung, die aus der Emotion heraus passiert ist“, sagt Verteidiger Philipp Lindner, der nach seinem für viele überraschenden Wechsel vom VSV zu Innsbruck erstmals über die Sache spricht. Lindner hätte in Villach noch Vertrag gehabt, erhielt von den Adlern aber die Freigabe, zurück in seine Innsbrucker Heimat zu gehen. „Dafür bin ich Manager Martin Winkler auch sehr dankbar. Wir waren immer offen und ehrlich miteinander, haben uns Meinungen auch immer hart ins Gesicht sagen können. Ich bin ein ehrlicher Mensch und schätze das an Martin sehr“, sagt Lindner.
Lindners Beweggründe waren simpel – und nachvollziehbar. Lindner: „Die Heimat ist die Heimat, dort ist man aufgewachsen, dort leben Familie und Freunde. Ich hatte eine tolle fünfjährige Zeit in Villach. Meine Frau (Stephanie, Anm.) hat dort den Heiratsantrag bekommen, unser acht Monate alter Sohn wurde in dieser Zeit geboren. Der Haken am Profisport ist aber: Man nimmt nicht wenig auf sich, pendelt viel. Ich habe lange darüber nachgedacht. Manchmal muss man im Leben Entscheidungen treffen, die man für richtig hält. Und für mich war es an der Zeit, mit der Familie wieder heimkehren zu wollen.“
Lindner schließt sich also dem HC Innsbruck an. Einem Klub, der nach vielen Enttäuschungen wieder einen Aufwärtstrend kreieren will. Neben Lindner wurde auch Nikita Scherbak aus Villach oder Keeper Sam Harvey aus Bozen verpflichtet. „Auf dem Papier sieht es nach Aufschwung aus. Alles weitere ist jetzt unsere Aufgabe als Spieler. Keiner hat eine Glaskugel, aber wir müssen die Arbeit machen und die Voraussetzungen schaffen. Die Sportstadt Innsbruck und die Fans haben sich auch wieder Erfolge im Eishockey verdient“, sagt „Lindi“.
Villach wird immer in Lindners Herz bleiben
Der Villach im Herzen behalten wird, sportlich auf viel Gutes blickt. „Ich hatte dort die besten Jahre meiner Karriere, habe viele Play-off-Spiele, Derbys und CHL-Einsätze gehabt“, sagt Lindner, dem die Saison 2021/22 besonders in Erinnerung bleibt: „Damals waren wir im Halbfinale. Hätten wir nicht so viele Verletzte und Kranke gehabt, glaube ich zumindest, dass die Serie gegen Fehervar (1:4, Anm.) enger geworden wäre.“ Menschlich bleiben unter vielen Bekanntschaften zwei besonders hängen: „Die Equipment-Manager Markus Schmidt und Christoph Apoloner. Wenn man sieht, dass Menschen, die noch einen anderen Job haben, um 2 Uhr in der Früh noch mit einem Lächeln unsere dreckige Wäsche entgegennehmen, macht es das noch besonderer“, schwärmt Lindner, der sich schon auf das Wiedersehen in der Stadthalle freut.