10 Vizerektorinnen und Vizerektoren von sieben heimischen Universitäten – das TechForum Millstatt macht den Tourismusort am Millstätter See zum dritten Mal zum Zentrum von Österreichs Hochschullandschaft.
Dreieinhalb Tage lang tauscht man sich mit Studierenden, Forschenden und Industrieunternehmen wie Infineon oder den Silicon Austria Labs (SAL) aus. „Tech Labs“ heißen die Arbeitsgruppen, die die Themen Quantentechnologie, Künstliche Intelligenz und Wasser bearbeiten.
Mit Siegfried Krainer war am Dienstag wieder Infineons Projektleiter für Quantensensorik dabei, der eine Forschungskooperation dazu weiterentwickelt. SAL-Geschäftsführerin Christina Hirschl hielt einen Vortrag zum Thema Quantentechnologie und deren Weg von der wissenschaftlichen Evolution zur industriellen Revolution.
Dass sich dieser Wandel in der Halbleiterindustrie immer schnell vollzieht, bestätigt auch Innovationsmanager Krainer: „Was mit den Ionenfallen vor zehn Jahren bei Infineon begonnen hat, ist zu einer eigenen Produktlinie geworden.“ Die nächste Welle an wissenschaftlichem Fortschritt und Innovationen entstehe im Bereich der Quantenbiosensorik, mit der die Brücke zum Menschen geschlagen werde.
„Quantensprung“: MRT-Geräte im mobilen Miniaturformat
Welche Anwendungen man sich dadurch erwartet? Etwa ein transportables MRT-Gerät, das durch die Miniaturisierung der Technik die Behandlungsmöglichkeiten revolutionieren würde.
Was in Millstatt deutlich wurde: Österreich hat als Forschungs- und Entwicklungsstandort keinen Mangel an innovativen Ideen. Um aus High-Tech-Technologien auch skalierbare Geschäftsmodelle zu entwickeln, wird auf die Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Start-ups gesetzt. Für mehr Kooperationen in diesem Bereich sprachen sich unter anderem die Forschungs-Vizerektoren Jan Steinbrener (Uni Klagenfurt) und Andrea Höglinger (TU Graz) aus.
Der Appell von Tech-Forum-Initiator und TU-Wien-Vizerektor Peter Ertl: „Wir brauchen eine breitere Durchmischung in der Technik und müssen mehr Jugendliche erreichen.“ In der Grundlagenforschung sei man exzellent, Österreich als Markt aber zu klein, weshalb man „europäisch oder noch größer denken muss“.
Um die Wissenschaft an die Öffentlichkeit zu bringen, gibt es am Mittwoch, 10. Juni, ab 15 Uhr auch eine Expo mit Innovationen der universitären Forschung zum Angreifen, unter anderem die „Schwammstadt“-Methodik, um dem Klimawandel in Städten zu begegnen, die sensorintegrierte Technologie „Body-on-a-Chip“, sichere Datenverarbeitung durch hardwarebeschleunigte Kryptographie durch das TU-Graz-Team „Hovera“ oder KI-Anwendungen in Windrädern oder Medizinrobotern (AAU).